Koeps Kino

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Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

Diane Kruger als Katja Sekerci und Denis Moschitto als Danilo Fava in „Aus Dem Nichts“.

Wild Bunch/dpa-Bildfunk, Bild 1 von 2

Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

redaktion.duesseldorf@wz.

Madame

Spätes Mädchen. Die Aschenputtel-Rolle ist ja eigentlich für junge Dinger vorbestimmt, aber in dieser französischen Boulevardkomödie hat Amanda Sthers die Vorzeichen einmal umgekehrt. Mit Rossy de Palma, deren Charakterkopf noch aus den frühen Almodovar-Filmen in Erinnerung geblieben ist, gelang eine originelle Besetzung für diesen Coup.

In der Rolle des Dienstmädchens Maria muss sie kurzfristig als Gast in einer der auserlesenen Gesellschaftsabende ihrer Dienstherrin Anne einspringen. Zum Dinner hat sich nämlich überraschend der ungeratene Sohn selbst eingeladen und als dreizehnter Gast bringt er die abergläubische Societydame in Verlegenheit. Doch wie die Dinge so gehen, entwickelt sich die eher unbedarfte Maria zur Attraktion des Abends, insbesondere für den britischen Kunsthändler David, der in ihr eine hochrangige Adelige inkognito vermutet...

Amüsante High Society-Komödie mit illustrer Besetzung (Toni Colette, Harvey Keitel).

Atelier, Vorpremiere am Di. um 19 Uhr (frz. OmU)

Aus dem Nichts

Der NSU-Prozess quält sich dem Ende zu, da präsentiert Fatih Akin seine Perspektive auf die Mordserie der Neonazis und die Pannenserie von Geheimdiensten und Polizei. Der türkischstämmige Regisseur aus Hamburg lässt die Sichtweise der NSU-Opfer deutlicher werden, indem er eine deutsche Frau zur Identifikationsfigur (Hollywoodstar Diane Krüger bekam für ihre erste Rolle in einem deutschen Film die Silberne Palme in Cannes) wählte.

Eine Bombe reißt sie aus ihrem Familienidyll, ihr Mann kommt bei einem Anschlag ums Leben. Nur mit Drogen und Alkohol kann sie ihren Schmerz betäuben. Als sie miterleben muss, wie die Ermittlungen sich eher gegen die Opfer und ihr Umfeld richten als gegen ein ausländerfeindliches Motiv, schlägt die Trauer in Wut um. Doch dann werden die Täter gefasst, aber die Justiz lässt die Neonazis gehen. Katja sieht Rot...

Cinema, tgl. 16.45, 19 u. 21.30 Uhr, So: 16.45, 18.30, 21 Uhr

Operation Duval – Das Geheimprotokoll

Kafka als Polit-Thriller. Die wahrhaft kafkaeske Vision einer sich ins Absurde verselbstständigenden Bürokratie in seinem Werk „Der Prozess“ übertrug Thomas Kruithof in die ominöse Welt der Geheimdienste. Nach einem Zusammenbruch versucht der Buchhalter Duval seine nervliche Krise aber auch seine Alkoholsucht durch eine Beschäftigungstherapie zu bewältigen. Er nimmt das Stellenangebot eines mysteriösen Anrufers an, der ihn beauftragt Abhörbänder abzutippen. Als er dabei Ohrenzeuge eines Mordes an einem lybischen Geschäftsmann wird, gerät der Biedermann Duval in einen alptraumhaften Strudel von Intrigen und Verdächtigungen.

Bambi, tgl. 21.30 Uhr (Di. im frz. OmU)

Manifesto

Wer bei Cate Blanchett an Kino und Spielfilm denkt, der ist bei diesem Projekt des Installationskünstlers Julian Rosefeldt auf dem Holzweg. Das Projekt präsentiert den australischen Filmstar in dreizehn kurzen, sehr unterschiedlichen Rollen. Im Kostüm der jeweiligen Aktivisten verkünden die zehnminütigen Szenen jeweils ein künstlerisches Manifest des 20. Jahrhundert von Dada über Fluxus bis Dogma. So ist sie als Punkerin, als Börsenmaklerin, Theaterchoreographin oder als Nachrichtensprecherin im Bild um die Grundzüge der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts szenisch zu verkünden.

Atelier, tgl. 14.15 Uhr, am So. um 21.30 Uhr (engl. OmU)

Messiah of Evil

Keiner hört dich schreien! Die wunderbare Reihe Mitternachtskino wartet in diesem Monat mit einem Horrorfilm auf, der die Kultur von Pop-Art und Hippies auf schräge Art mit einem Zombie-Finale verbindet. Eine junge Frau macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, der in einer kalifornischen Künstlerkolonie verschwunden ist. In einem Brief rät er ihr dringend davon ab, nach ihm zu suchen. Tatsächlich tun sich in Point Dune Abgründe auf.

Hinter dem lange verkannten Werk stecken übrigens Willard Huyck und Gloria Katz (Drehbuch und Regie), die damals gleichzeitig mit George Lucas an dem Klassiker „American Graffiti“ arbeiteten.

Metropol, Fr. 23.45 Uhr (Originalversion)

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel

Sportlich war es keine Sternstunde, aber es war quasi das Endspiel im „Kampf der Geschlechter“. 1973 versuchte der gewiefte Selbstvermarkter und Ex-Tennis-Champ Bobby Riggs seine sinkende Popularität mit einer provokanten Strategie aufzupeppen: Er behauptete, jeder männliche Tennis-Profi könne es leicht mit der Weltranglistenersten der Frauen aufnehmen. Nachdem er bereits eine Erste besiegt hatte, traf er mit Billy Jean King auf eine Gegnerin, für die das Match auch eine politische Herausforderung war. Sie wollte dem großmäuligen Chauvi selbiges stopfen.

Der „Triumph“ gelang in drei klaren Sätzen (freilich war Riggs mit 55 fast doppelt so alt und es gibt Hinweise auf Wettbetrug) und gilt als eine der Meilenstein des Feminismus. Mit Emma Stone und Steve Carell in den Hauptrollen und mit dem bewährten „Little Miss Sunshine“-Charme haben Jonathan Dayton und Valerie Faris die Geschichte des Matches als Tragikomödie mit Feelgood-Effekt inszeniert.

Atelier, tgl. 16.30 Uhr, Do. - Mo. 19 Uhr, tgl. 21.30 Uhr im engl. OmU

Liebe Leser, da die Spielzeiten der Filme z. T. täglich variieren, prüfen sie bitte den Beginn tagesaktuell unter

filmkunstkinos.de

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