Koeps Kino

Eva Arctander (Mathilde Thomine Storm) genießt die Ruhe am Wasser in einer Szene des Films „Das Löwenmädchen“.
Eva Arctander (Mathilde Thomine Storm) genießt die Ruhe am Wasser in einer Szene des Films „Das Löwenmädchen“.

Eva Arctander (Mathilde Thomine Storm) genießt die Ruhe am Wasser in einer Szene des Films „Das Löwenmädchen“.

Eva Arctander (Mathilde Thomine Storm) genießt die Ruhe am Wasser in einer Szene des Films „Das Löwenmädchen“.

Christine Schröder/NFP - Filmpresskit/dpa, Bild 1 von 2

Eva Arctander (Mathilde Thomine Storm) genießt die Ruhe am Wasser in einer Szene des Films „Das Löwenmädchen“.

redaktion.duesseldorf@wz.de

Leanders letzte Reise

Bittere Kriegsromanze. Der Tod seiner Frau scheint den Greis nicht sehr zu bekümmern, kurzerhand packt er den Koffer und steigt in den Zug nach Kiew. Im letzten Moment springt die besorgte Enkelin Adele auf den Zug und begleitet den 92-jährigen auf die Reise ins Ungewisse. Die Bürgerkriegsunruhen der Majdan-Proteste überschatten bereits die heikle Mission: Leander ist auf der Suche nach seiner Jugendliebe, die er als Wehrmachtsoffizier einer Kosaken-Einheit im Zweiten Weltkrieg kennengelernt hatte. Während nach und nach auch dunkle Details dieser Verbindung bekannt werden, verliebt sich Adele in den jungen Ukrainer Lew.

Der Film stellt das wenig bekannte Kapitel der Kosaken in Wehrmachtsuniform den heutigen nationalistischen Verwerfungen in der Ukraine gegenüber. Hollywood-Haudegen Jürgen Prochnow zeigt sich von einer gefühlvollen Seite.

Cinema, Premiere am Mi. um 19 Uhr mit Jürgen Prochnow und Regisseur Nick Baker

Schloss aus Glas

Jeannette erlebt eine glückliche Kindheit. Die faszinierenden Geschichten, die ihr Vater ihr erzählt, trösten über den Hunger hinweg und gleichzeitig verkleiden sie die deprimierende Realität in eine abenteuerliche Welt. Später glaubt sie den Lügenmärchen ihres alkoholkranken Vaters und der egomanen Mutter nicht mehr und sie merkt, dass die häufigen Umzüge Fluchten vor Gläubigern sind. Jahre später ist Jeanette (Brie Larson) eine erfolgreiche Journalistin, sie hat längst den Kontakt zu den Eltern abgebrochen, aber sie leidet immer noch unter den Täuschungen der Kindheit. Als sie ihre noch weiter heruntergekommenen Eltern dabei beobachtet, wie sie Essen aus Mülltonnen suchen, beschließt sie den Kontakt wieder aufzugreifen.

Cinema, Vorpremiere am Mo. um 19 Uhr (engl. OmU)

Wie die Mutter, so die Tochter

Rollentausch. Mado möchte einfach noch nicht erwachsen sein, das findet ihre Tochter Avril freilich etwas nervig, denn sie ist schon längst erwachsen. So lebt sie mit ihrer flippigen Mutter und ihrem Freund unter einem Dach und versucht Verantwortung zu leben. Als Avril schwanger wird, gerät die Beziehung in die Schräglage, schließlich ist Mado der Gedanke an Großmutterschaft noch lästiger als Verantwortung. Doch dann gerät die turbulente Welt von Mutter und Tochter endgültig aus den Fugen: Mado wird auch noch schwanger von ihrem Ex. Filmemacherin Noémie Saglio präsentiert Juliette Binoche in einer turbulenten Familienkomödie, die Klamauk über feinsinnigeren Humor stellt und letztlich so absehbar wie oberflächlich bleibt.

Atelier, tgl. wechselnde Anfangszeiten, So. um 19 Uhr im frz. OmU

Porto

Permanent vacation in Portugal. Fast vier Jahrzehnte nach seinem legendären New-York-Porträt „Permanent Vacation“ produzierte Indie-Legende Jim Jarmusch eine Art europäische Fortsetzung. Wie einst Allie in Manhattan treibt sich der Amerikaner Jake ziellos in der portugiesischen Hafenstadt herum.

Als er die schöne Mati, eine französische Archäologie-Studentin, trifft, glaubt er eine Seelenverwandte getroffen zu haben. Sie verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Doch der romantischen Verbindung stehen einige weltliche Realitäten entgegen.

Der Titel trügt, dem aus Brasilien stammenden Regisseur Gabe Klinger geht es weniger um ein Stadtporträt als um die Seelenlandschaft seiner beiden Protagonisten. In seinem letzten Film kann der tragisch verunglückte Anton Yelchin nicht recht überzeugen.

Metropol, tgl. (außer Mo) um 18.30 Uhr, am Di. im engl. OmU

Das Löwenmädchen

Haarige Schönheit. Die Zeichen der Geburt sind düster, die Mutter stirbt, noch ehe sie das Kind sehen kann, das am ganzen Körper mit einem Fell bedeckt ist. Im Jahr 1912 hält man diesen Gendefekt namens Hypertrichosis lanuginosa für ein böses Omen. Um die Tochter Eva vor Gespött und abergläubischen Ängsten zu schützen, versteckt der Bahnhofsvorsteher eines kleinen norwegischen Städtchens das Kind. In Einsamkeit wächst das Mädchen auf, entdeckt ihr Talent für Zahlen und schließlich bei einer Wander-Freakshow, dass sie nicht allein ist. Sie schließt sich dem Monstrositäten-Kabinett aus Zwergen, Riesen, Siamesischen Zwillingen an und bereist Europa. Schließlich kann sie ihren Traum erfüllen und wird Mathematik-Professorin an der Pariser Sorbonne.

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Erik Fosnes Hansen. Unter der Regie von Vibeke Idsøe wirkt der Appell an Toleranz jedoch gefällig.

Bambi, Do - So 19 Uhr, Mo - Mi 16.30 Uhr

Radiance

Sie schreibt Hörfassungen von Filmen für Blinde, er ist Fotograf, der sein Augenlicht verliert. Als sich Misako Ozaki und Masaya Nakamori begegnen, treffen Gegensätze auf einander. Er brüskiert sie mit seiner schroffen Offenheit, sie provoziert den verbitterten Augenmenschen mit ihrer Subjektivität. Doch die Begegnung lässt beide nicht kalt, mit dem anderen versuchen sie ihre persönlichen Probleme zu überwinden... Tragisches Liebesdrama von Naomi Kawase („Kirschblüten und rote Bohnen“).

Bambi, tgl. (außer So.) 16.45 Uhr u. 19 Uhr, am Di um 19 Uhr im jap. OmU

Liebe Leser, da die Spielzeiten der Filme z. T. täglich variieren, prüfen sie bitte den Beginn tagesaktuell unter

filmkunstkinos.de

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer