Die Einrichtungen suchen zum Teil schon Wege, sich besser vor Einbrechern zu schützen.

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Opferstöcke sind nur ein Ziel, das Täter in Kirchen ansteuern.

Opferstöcke sind nur ein Ziel, das Täter in Kirchen ansteuern.

Kita-Leiterin Claudia Basler ist froh, dass ihre Einrichtung nach zwei Einbrüchen eine Alarmanlage hat.

JM/Dth, Bild 1 von 2

Opferstöcke sind nur ein Ziel, das Täter in Kirchen ansteuern.

Düsseldorf. Ein Duo stiehlt Geld aus dem Opferstock einer Kirche in Benrath – offenbar nicht die erste derartige Tat der beiden. Noch nicht alt ist die Meldung und wahrlich kein Einzelfall. Aber nicht nur Kirchen, auch in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder auf Friedhöfen versuchen Diebe und Einbrecher immer wieder, bei den Schwachen der Gesellschaft etwas zu holen. Manche Einrichtungen versuchen inzwischen, sich dagegen zu rüsten.

In der Kita „Sonnenhügel“ hat es innerhalb kurzer Zeit zwei Einbrüche gegeben, Kameras und Laptops wurden gestohlen. Das DRK als Träger reagierte, ließ eine Alarmanlage installieren. Die verhinderte wahrscheinlich einen dritten Fall, beim nächsten Versuch löste sie aus, die Täter verschwanden ohne Beute.

Wenig Widerstand ist ein wichtiges Kriterium vieler Täter

Die DRK-Kita „Zauberwald“ war im Vorjahr ebenfalls dreimal betroffen, zwischenzeitlich wurde nachts Sicherheitspersonal eingesetzt: „Wir rüsten schrittweise alle Kitas mit Alarmanlagen aus“, sagt DRK-Sprecherin Sabine Jokl, bei neuen sei es schon Standard.

Dass die Beute oft nicht sehr groß ist, scheint die Täter nicht zu schrecken: Ziele seien auch attraktiv, bei denen wenig Gefahr und Widerstand zu vermuten seien, so ein Polizeisprecher. Gerade berichtete die WZ von einer Frau, die zur Serieneinbrecherin wurde und immer wieder in Kitas einstieg und dort technische Geräte und Geld stahl.

Auch Schulen zählten zu ihren Zielen, auch sie tauchen immer wieder in Polizeimeldungen auf, ebenso Friedhöfe. Täter nutzen zum Teil die Abgeschiedenheit der Trauerorte, um Senioren zu bestehlen. Nachts holen sie sich dann von Gräbern alles, was sich zu Geld machen lässt.

Manche Kirchenräume sind nicht mehr zu betreten

Zahlen kann die Polizei nicht liefern, weil Einbrüche und Diebstähle nicht nach Tatorten gesondert erfasst werden. Klar ist aber: Kirchen sind stark betroffen. Gerade erregte ein Tresordiebstahl aus Gemeinderäumen Aufsehen. Dazu kommen Diebstähle bei Kollekten oder aus Kirchenräumen, wo manche Täter es auf Kunstwerke abgesehen haben.

Michael Hänsch, Geschäftsführer der katholischen Gemeinden, meint, dass solche Taten nur schwer zu verhindern seien. Die Offenheit der Kirchen steht für ihn in der Abwägung an oberster Stelle. Einzelne Gemeinden sind dazu übergegangen, Ehrenamtler zu suchen, die Präsenz zeigen und dadurch auch Fälle von Vandalismus vorbeugen sollen.

Einzelne Kirchen haben allerdings ihre Offenheit ein Stück weit geopfert, etwa St. Martin in Bilk. Dort können Gäste zu Tageszeiten zwar den Innenraum betrachten, der Großteil ist aber nicht mehr zugänglich. Besucher kommen bis zur Marienfigur, dann stoßen sie auf ein Gitter.

© WhatsBroadcast

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