Den Advent künstlich auszudehnen, führe zu geistiger Verflachung.

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DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther (r.) hinter einem Weihnachsmarkt-Modell.

DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther (r.) hinter einem Weihnachsmarkt-Modell.

BS

DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther (r.) hinter einem Weihnachsmarkt-Modell.

Düsseldorf. Nach dem Streit um den verkaufsoffenen Sonntag am Reformationstag prangern katholische und evangelische Kirche erneut den Primat des Kommerzes gegenüber der christlichen Tradition an.

Konkret kritisieren sie die zu frühe Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 18. November. Die Stadt solle die Budenstädte zumindest vor dem Totensonntag am 21.11., besser aber bis zum Beginn der Adventszeit am 28.11. geschlossen halten.

"Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten hat einen tiefen Sinn", sagt der evangelische Superintendent Ulrich Lilie. Wenn die zeitlichen Grenzen des Advents künstlich verschoben würden, "müssen wir aufpassen, dass wir nicht immer mehr verflachen".

Auch Peter-Michael Minnema, Vorsitzender des Düsseldorfer Katholikenrats, sieht eine "Aufhebung aller Schranken", durch die das Weihnachtsfest "ihrer Werte beraubt und in die Belanglosigkeit gedrängt" werde.

Vertreter beider Konfessionen wollen ihre Bedenken laut Lilie in den politischen Fraktionen vorbringen und dabei auch eine Chance für die "Stadtkultur" in Düsseldorf formulieren: "Wir reden ja schon länger über christliche Leitkultur. Ich finde, es ist ein wunderbares Ziel, sich am christlichen Kalender zu orientieren." Zudem glaubt Lilie nicht, dass die frühe Eröffnung des Weihnachtsmarkts mehr Geld einspiele. "Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden."

Matthias Unslat von Düsseldorfs Marketinggesellschaft DMT als Veranstalter erinnert an einen "städtischen Beschluss vor Jahren", den Weihnachtsmarkt früher zu öffnen. Der Totensonntag werde dabei ausgeklammert. Zudem soll durch die Budenstädte der Einzelhandel insbesondere an langen Samstagen gestärkt werden. hmn

© WhatsBroadcast

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