Der Fund einer Handgranate im UCI-Kino löste bei den Besuchern große Sorgen aus.

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Das UCI-Kino an der Hammer Straße 29 wurde komplett geräumt und abgesperrt.

Das UCI-Kino an der Hammer Straße 29 wurde komplett geräumt und abgesperrt.

Gerhard Berger

Das UCI-Kino an der Hammer Straße 29 wurde komplett geräumt und abgesperrt.

Düsseldorf. Vier Stunden lang herrschte im UCI-Kino am Donnerstagabend Ausnahmezustand nach dem Fund einer Handgranate. Erst dann war klar, dass keine Gefahr mehr bestand. Dennoch waren viele Besucher in Sorge. Zumal viele nicht wussten, was los war.

Zunächst traf es die Filmfans, die zur 20 Uhr-Vorstellung wollten. Geduldig warteten sie vor Saal 1, wo der Michael-Jackson-Film "This is it" laufen sollte. Doch nur Mitarbeiter, Polizei und Feuerwehr gingen ein und aus. Die Wartenden rätselten, ob es in der Vorstellung zuvor einen Zwischenfall oder Technik-Probleme gegeben hatte, Infos bekamen sie keine. "Die Technik ist okay, der Film wird gezeigt", erklärten die Mitarbeiter kurz nach 20 Uhr.

Erst um 21.30 Uhr wurde das gesamte Kino geräumt

Per Lautsprecher kam dann die Nachricht: "Die Polizei hat entschieden, dass in den Sälen 1 und 8 heute keine Filme gezeigt werden." Enttäuschung bei den Menschen, die zum Teil vor Wochen die Karten bestellt hatten, da der Film nur zwei Wochen in den Kinos läuft. Etwas mulmig war da schon zwei Frauen zumute, die 20.20 Uhr einen anderen Film gucken wollten: "Sind denn die anderen Säle wirklich sicher?" Antwort: Ja.

Das aber galt nur bis gegen 21.30 Uhr, da erfolgte die vollständige Räumung. Die Polizei hatte entschieden, dass alle Räume nach verdächtigen Gegenständen abgesucht werden sollten. Die laufenden Vorstellungen wurden abgebrochen.

Ein Saal nach dem anderen wurde evakuiert: "Wir wollten eine Panik vermeiden", begründete der Einsatzleiter. Eine Polizeikette im Erdgeschoss sorgte dafür, dass alle Gäste den Bau zum Hauptausgang verließen.

Bei vielen Besuchern, die hinterher von der Handgranate erfuhren, machte sich ein mulmiges Gefühl breit. "Ich bin sehr dankbar für meinen Schutzengel", sagte ein Augenzeuge. In Internet-Foren wird diskutiert, ob das Kino nicht hätte früher geräumt werden müssen. Doch dafür gab es aus Sicht der Polizei keine Anhaltspunkte.

Wie Stephan Rottels, Geschäftsführer des Kinos, erklärte, wird es zunächst keine verschärften Sicherheits-Maßnahmen geben: "Aber natürlich ist jeder nach einem solchen Vorfall wachsamer." Es habe im Vorfeld keinerlei Drohungen gegen das Kino oder Mitarbeiter gegeben. Alle, die das Kino verlassen mussten, können sich "This is it" noch anschauen.

Über die Hintergründe wird gerätselt. Einen Anschlag hält die Polizei für unwahrscheinlich. Eher sieht es so aus, als sei die Granate vergessen oder verloren worden.

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