Der Kinder- und Jugendanwalt Till Eulenspiegel bekam am Mittwoch seinen eigenen Wagen überreicht.

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Von links: Michael Kipshagen (Awo,) Gesa Kaiser (Till Eulenspiegel), Rainer Pennekamp (Stadtwerke)und Regina Thun (Awo) freuen sich über das neue Kinderschutzmobil.

Von links: Michael Kipshagen (Awo,) Gesa Kaiser (Till Eulenspiegel), Rainer Pennekamp (Stadtwerke)und Regina Thun (Awo) freuen sich über das neue Kinderschutzmobil.

Judith Michaelis

Von links: Michael Kipshagen (Awo,) Gesa Kaiser (Till Eulenspiegel), Rainer Pennekamp (Stadtwerke)und Regina Thun (Awo) freuen sich über das neue Kinderschutzmobil.

Düsseldorf. Düsseldorf gilt gemeinhin als relativ wohlhabende Stadt. Doch der Schein der problemfreien Wohlstandsinsel trügt. „Es gibt hier benachteiligte Stadtteile“, sagt Regine Thum, stellvertretende Vorsitzende der Sozialstiftung der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die negativen Folgen der Entwicklung in den Problemviertel spürten vor allem die Kinder. Aber auch in anderen Gegenden gebe es Jugendliche, die sich mit ihren Sorgen und Nöten häufig alleingelassen fühlten.

Seit mehr als 30 Jahren gibt es deshalb den Kinder- und Jugendanwalt Till Eulenspiegel, der sich um die Rechte und den Schutz der Heranwachsenden kümmert. Um künftig schneller durch die Stadt zu kommen, hat er nun sein eigenes Kinderschutzmobil. Am Mittwoch bekam er den Schlüssel des Kleinbusses überreicht.

Wagen hat im hinteren Bereich eine Sitzecke für Beratungsgespräche

Till Eulenspiegel – der eigentlich eine Sie ist und Gesa Kaiser heißt – trägt die Belange von Kindern als Interessenvertretung an die Politik weiter, kommt in Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen sowie u Spielplätzen und klärt die Heranwachsenden über ihre Rechte auf. Vor allem Letzteres sei wichtig, sagt Kaiser. Viele Kinder würden es als normal und gerechtfertigt empfinden, wenn sie für kleinere Vergehen zu Hause geschlagen werden. Deshalb seien Aufklärung und Prävention ihre wichtigste Aufgaben.

Künftig wird das alles leichter. Fuhr Kaiser früher mit dem Rad oder der Bahn, ist sie nun mit dem eigenen Bus unterwegs. Das spart nicht nur Zeit, das Kinderschutzmobil ist gleichzeitig ein mobiles Büro. Im hinteren Bereich des Busses gibt es extra eine Sitzecke, falls ein oder mehrere Kinder ein vertrauliches Gespräch suchen.

Für die Awo soll der Wagen gleichzeitig eine Möglichkeit sein, auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. „Wir wollen auch solche Kinder und Eltern erreichen, die von sich aus nicht zu uns kommen oder uns im Alltag nicht wahrnehmen“, sagt Awo-Kreisgeschäftsführer Michael Kipshagen. Aus einer Komm-, werde nun eine Geh-Struktur. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, mehr Orte und Veranstaltungen anzufahren und überall Präsenz zu zeigen“, sagt Kipshagen.

Da der Wagen fast ausschließlich im Stadtgebiet eingesetzt wird, war es der Awo wichtig, dass er möglichst umweltschonend fährt. Durch die finanzielle Hilfe der Stadtwerke wurde der Kleinbus von einer Spezialwerkstatt in Berlin auf Erdgastechnik umgerüstet.

Die Awo zahlte die Anschaffungskosten, die Umrüstung auf Gas (rund 6500 Euro) und die Beklebung wurde von den Stadtwerken bezahlt. Die speziellen Aufkleber verhindern, dass jemand von außen hineinsehen kann, damit die Kinder sich nicht beobachtet fühlen.

Seiner Idealvorstellung nach wird das Auto zum Symbol für Kinderschutz und Hilfe. Wo immer der Kleinbus auftaucht, sollen die Kinder gleich wissen, dass sie sich vertrauensvoll an die Mitarbeiter wenden können und dort notfalls auch Hilfe bekommen. Das soll bereits die Optik signalisieren. Der Bus ist mit kindgerechten Motiven, dem Logo und der Telefonnummer von Till Eulenspiegel beklebt.

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