Zu schnell, zu wenig Lenkung, zu viel Abstand: Düsseldorfer Autofahrer stellten sich ihrer Angst vorm rückwärts Einparken.

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Fahrlehrer Josef Steinkamp wies die Teilnehmer in die markierten Parklücken ein.

Fahrlehrer Josef Steinkamp wies die Teilnehmer in die markierten Parklücken ein.

Bernd Schaller

Fahrlehrer Josef Steinkamp wies die Teilnehmer in die markierten Parklücken ein.

Düsseldorf. "Ja, so ist’s gut. Langsam zurückfahren. Mehr nach rechts." Mit fuchtelnden Händen winkt Josef Steinkamp den grauen Mercedes in die Parklücke, die er mit Hütchen gekennzeichnet hat. Auf dem Fahrersitz dreht Beate Schrape hektisch am Lenkrad. Der Wagen rollt schief in die Parkbucht. "Jetzt hättest du das Auto hinter dir völlig zerbeult", mahnt der Fahrexperte.

"Einparken lernt man nur durch üben, üben, üben."

Nächster Versuch: Noch einmal konzentriert sich Schrape auf Steinkamps Anweisungen. Diesmal klappt es. Ihr Mercedes steht gerade in der Parkbox. "Na also, du kannst es doch", lobt der Fahrlehrer. Die Düsseldorferin atmet erleichtert auf. "Mein Herz rast jedes Mal, wenn ich einparken muss", gibt die 48-Jährige zu.

Vor neun Jahren machte Schrape ihren Führerschein. Rückwärts einzuparken sei von Anfang an ihre Schwäche gewesen. "Irgendwann habe ich mich gar nicht mehr getraut, habe immer nach anderen Parkmöglichkeiten gesucht", gibt sie zu.

Damit soll nun Schluss sein: Im Rückwärts-Einparkkurs des ADAC auf dem Simon-Gatzweiler-Platz stellten sich Schrape und sieben weitere Teilnehmer ihrer Angst und bewiesen "Mut zur Lücke". Der pensionierte Fahrlehrer Josef Steinkamp (75) zeigte zunächst mit Modellautos, wie man seinen Wagen schnell und einfach in eine Lücke lenkt. Anschließend mussten seine Schüler selbst hinters Steuer.

"Rückwärts einparken löst bei vielen Autofahrern Schweißausbrüche aus. Doch die meisten haben Probleme damit, gerade weil sie es immer vermeiden. Man lernt es nur durch üben, üben, üben", sagt Steinkamp.

Seit über zehn Jahren hilft er Autofahrern in Düsseldorf und Umgebung beim Einparken. "Gerade in einer Großstadt wie Düsseldorf, wo es ohnehin nicht viele Abstellmöglichkeiten fürs Auto gibt, ist es wichtig, das Rückwärts-Parken zu beherrschen. Man muss lernen, Ruhe zu bewahren, auch wenn hinter einem gehupt wird", so Steinkamp.

Einparken ist kein klassisches Frauenproblem

Menschen jeden Alters und Geschlechts hätten Probleme mit dem Parken. "Es gibt drei klassische Fehler: Die Leute rollen zu schnell in die Lücke, drehen zu wenig am Steuer und halten nicht den richtigen Abstand ein", erklärt Steinkamp. Sein Geheimtipp: "Hängt euch was ins hintere Seitenfenster, das hilft, den Abstand beim Zurückrollen einzuschätzen."

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