Nach dem gescheiterten Verkauf wollen die Sportler zügig zurück nach Hubbelrath. Immer mehr Mitglieder gehen von der Fahne.

Ein Bild, das zu Düsseldorf gehört. So könnte es bald wieder auf den Wiesen am Segelflugplatz aussehen.
Ein Bild, das zu Düsseldorf gehört. So könnte es bald wieder auf den Wiesen am Segelflugplatz aussehen.

Ein Bild, das zu Düsseldorf gehört. So könnte es bald wieder auf den Wiesen am Segelflugplatz aussehen.

Gisela Gruß: „Wir sammeln weiter Unterschriften.“

Aero-Klub, Bild 1 von 2

Ein Bild, das zu Düsseldorf gehört. So könnte es bald wieder auf den Wiesen am Segelflugplatz aussehen.

Düsseldorf. Monatelang blieben die Düsseldorfer Segelflieger im Ungewissen, als sie beim befreundeten Aero-Klub in Grevenbroich-Neuss direkt neben dem Tagebau Garzweiler immerhin ihren Sport weiter ausüben konnten.

Doch mit dem überraschenden Aus der Verkaufsverhandlungen um den ehemaligen Truppenübungsplatzes in Hubbelrath wollen die Luftsportler schnell zurück zur Wolfsaap. „Aber im Moment haben wir keinen Pachtvertrag“, sagt Wolfgang Verspohl, neuer Vorsitzender des Düsseldorfer Aero-Klubs.

Dass die Zeit drängt, zeigen die Mitgliederzahlen des Vereins, der sechs Jahrzehnte auf der Wiese am Aaper Wald heimisch war: Von 60 Aktiven, die vor dem unfreiwilligen Abflug in den Rhein-Kreis Neuss an Bord waren, sind noch weniger als 30 dabei. Schon im April hatte der damalige Vorsitzende Kay Fromm vor dieser Entwicklung gewarnt und einen deutlichen Rückgang aufgrund der Entfernung vorhergesagt.

Aero-Klub hat mangels Mitgliederbeiträge Finanzsorgen

Jetzt ist der Schwund bedrohlich. Verspohl: „Wir haben schon darüber nachgedacht, aufzugeben oder mit den Grevenbroichern zu fusionieren.“ Die Kosten des Vereins müssten gedeckt und Aufgaben im Flugbetrieb wahrgenommen werden – das könne mit zu wenigen Mitgliedern nicht geleistet werden. Umso notwendiger sei eine schnelle Entscheidung.

Laut Verspohl liege der Vorgang zur Eingliederung des Geländes in den Bundesforst weiter bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, weil ein Sachbearbeiter krank sei. Natalia Fedossenko, Sprecherin der Stadtverwaltung, bestätigt, dass die Zuständigkeit für das Gelände in den Geschäftsbereich Bundesforst wechseln werde. „In die Gespräche gehen wir bald rein.“ Auch zur Zukunft der Segelflieger. Momentan sei die Stadt aber erst mal froh, dass der Verkauf abgewendet werden konnte.

Der Düsseldorfer Aero- Klub hat sieben eigene Flugzeuge. Drei weitere gehören Mitgliedern. Der jüngste Aktive ist 13 Jahre alt, die Ältesten sind im Rentenalter.

Auf dem Segelplatz am Aaper Wald gab es für die Mitglieder eine Flatrate: Über eine Pauschale waren Starts und sonstige Gebühren abgedeckt. In Grevenbroich mussten die Düsseldorfer fünf Euro pro Start zahlen. Gerade für Schüler, die diese ständig üben müssen, war dies zu teuer: Die Eltern kehrten dem Verein den Rücken.

Skeptisch bleibt die Bürgerinitiative Aaper Wald. „Wir sammeln weiter Unterschriften“, sagt Mitinitiatorin Gisela Gruß. „Wir wissen ja nicht, was der Bund weiter mit dem Gelände vorhat. Nicht, dass es in der Sparte Verkauf landet und in zwei Jahren wieder angeboten wird.“

Die Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren wächst weiter

13.866 gültige Unterschriften waren am Tag der Entscheidung gegen einen Verkauf für ein Bürgerbegehren zusammen – jetzt haben bereits weitere 500 Menschen unterschrieben. Die Initiative will für den Fall der Fälle mit gültigen Unterschriften gewappnet sein. Auch wenn zurzeit zu erkennen sei, dass das Gelände instand gehalten werde. „Die Wiesen sind gemäht worden.“

Auch Wolfgang Verspohl hat sich von dem Zustand ein Bild gemacht. „Das Fluggelände lag ein Jahr brach. Aber von der Technik her ist alles noch intakt.“ Die Markierungen müssten jedoch noch gesetzt werden. Wesentlich sei aber jetzt, an den Pachtvertrag zu kommen. Wenn das schnell über die Bühne gehe, sei eine Rückkehr noch im Herbst möglich. „Wenn wir das schaffen, gewinnen wir unsere verlorenen Mitglieder hoffentlich zurück.“

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