Stadt wünscht 2019 eine einheitliche Lösung, doch möglicherweise bleiben ein oder zwei Schulen bei G8. Bei den Info-Abenden halten sich alle Gymnasien noch sehr bedeckt.

Stadt wünscht 2019 eine einheitliche Lösung, doch möglicherweise bleiben ein oder zwei Schulen bei G8. Bei den Info-Abenden halten sich alle Gymnasien noch sehr bedeckt.
Viele Gymnasien erweiterten in den letzten Jahren ihre Zügigkeit und benötigten dafür bauliche Erweiterungen. Auch am Goethe-Gymnasium an der Lindemannstraße entsteht derzeit ein Neubau. Archiv

Viele Gymnasien erweiterten in den letzten Jahren ihre Zügigkeit und benötigten dafür bauliche Erweiterungen. Auch am Goethe-Gymnasium an der Lindemannstraße entsteht derzeit ein Neubau. Archiv

Sabina Fahnenbruck leitet das Cecilien-Gymnasium.

Stadt D’dorf/Schaffmeister, Bild 1 von 2

Viele Gymnasien erweiterten in den letzten Jahren ihre Zügigkeit und benötigten dafür bauliche Erweiterungen. Auch am Goethe-Gymnasium an der Lindemannstraße entsteht derzeit ein Neubau. Archiv

Kommt G9? Und wann? Oder bleibt ein Gymnasium bei G8? Bei den in diesen Tagen stattfindenden Info-Abenden für die künftigen Fünftklässler fragen Eltern immer wieder nach, wie viele Jahre ihr Kind denn voraussichtlich an der gewünschten Schule verbringen wird. Klare Antworten bekommen sie nicht. „Die Schulen eiern da noch immer herum, das ist aber absolut nicht ihre Schuld“, sagt Wolfgang Scheffler, der Vorsitzende des Schulausschusses. Denn die Schulleitungen könnten konkret noch gar nicht viel sagen – schon weil die von der Landesregierung geplante Rückkehr zum Gymnasium nach neun Jahren noch nicht vom Landtag verabschiedet worden ist.

Ralf Schreiber, Direktor am Goethe-Gymnasium und einer der beiden Sprecher der Düsseldorfer Gymnasien, sagt: „Bis jetzt gibt es nur einen Referentenentwurf – der ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.“ Die Gespräche mit Bezirksregierung und Stadt seien im Fluss, „und genau diesen Stand sagen wir auch den Eltern – mehr geht nicht“.

Damit die Gymnasien nicht auch noch mit fragwürdigen Versprechungen à la „Bei uns kommt auf jeden Fall G9“ oder „Wir bleiben bestimmt bei G 8“ um die neuen Fünftklässler buhlen, haben sich alle Schulleiter auf diese einsilbige Sprachregelung verständigt.

Den G8-Verbleib muss eine Schule aktiv beantragen

In der Tat sind etliche Details noch ungeklärt – von der Ganztagsversorgung bei G9 über das Einsetzen der zweiten Fremdsprache (Klasse 6 oder 7?) bis zur Anpassung der Lehrpläne in allen Fächern. Die Eckpfeiler des Schulministeriums sehen wie folgt aus: Zum Schuljahr 2019/ 20 wird auf das neunjährige Gymnasium zurückgestellt; betroffen davon sind dann auch die Sechstklässler (also die Kinder, die im Sommer 2018 aufs Gymnasium kommen), die sich dann bei G9 einfädeln. Alle anderen Jahrgangsstufen (ab 7) müssen bei G8 bleiben.

Das können 2019 auch ganze Gymnasien, wenn sie es unbedingt möchten. Allerdings sind die Hürden dafür hoch: Den G8-Verbleib hat eine Schule aktiv zu beantragen, dann muss wohl mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit in der Schulkonferenz (mit Lehrern, Eltern- und Schülervertretern) dem zustimmen.

Für G9 müssen bis 2026 85 neue Räume geschaffen werden

Der Stadt als Schulträger wäre es am liebsten, wenn alle Gymnasien einheitlich zu G9 zurückkehren würden. Schuldezernent Burkhard Hintzsche betont freilich: „Natürlich könnten wir auch damit leben, wenn ein oder zwei Gymnasien in einem abgestimmten Prozess bei G8 blieben.“ Ihr Vetorecht würde die Kommune also nicht nutzen. Allerdings hat der Stadtdirektor den Schulleitern klar gesagt, was die Stadt nicht schön fände: Wenn sich Schulen jetzt zum G8-Verbleib entschließen, aber in drei Jahren merken, dass sie damit nicht gut fahren und dann noch auf den G9-Zug wollen. Hintzsche: „Wir müssen für G9 schließlich viel Geld investieren, weil wir durch die zu ätzliche Jahrgangsstufe bis 2026 mindestens 85 neue Klassen- und Fachräume schaffen müssen.“ Heißt: Bei Investitionen haben die (ersten) G9-Schulen klar Vorrang, Nachzügler und „G8-Umfaller“ müssen sich hinten anstellen, zumal bei denen das Land der Stadt nicht einen Teil der Kosten erstattet.

Trotzdem brodelt längst die Gerüchteküche: Zwei bis drei Gymnasien werden G8-Neigungen nachgesagt, die Namen „Humboldt“ und „Cecilien“ fallen da, Belege dafür fehlen indes. Sabina Fahnenbruck, die Leiterin des „Ceci“ in Niederkassel, winkt gelassen ab und sagt: „Natürlich ist das aktuell für Eltern eine spannende Frage. Wir werden uns genau an das vorgesehene Verfahren halten, diskutieren das jetzt erst einmal intern in der Schule und dann mit der Stadt – und zwar ohne jeden Zeitdruck.“

Auch für das schon jetzt unter Raumnot leidende Luisen-Gymnasium an der Bastionstraße könnte der Verbleib bei G8 eine Option sein – denn so könnte es womöglich mitten in der Stadt bleiben und müsste nicht – wie von der Stadt vorgeschlagen – in einen Neubau an der Völklinger Straße umziehen. Das nämlich ist an der Schule durchaus umstritten. Andererseits würde pädagogisch wohl G9 besser zum Luisen passen. Den zusätzlichen Jahrgang könnte der Altbau in der Stadt jedoch nur verkraften, wenn das Gymnasium dafür seine Zügigkeit generell reduzieren könnte, ansonsten müsste „Luise“ eine Dependance aufmachen – aber wo?

Schuldezernent Hintzsche sagt, dass die Stadt das Luisen nicht zum Umzug zwingen wolle. Ein neues Gymnasium werde man so oder so auf dem Grundstück Südring/ Völklinger Straße in Bilk errichten. „Dazu planen wir in Grafental ein weiteres Gymnasium. Doch ich glaube, auch das wird nicht reichen, das wachsende Düsseldorf braucht auf Sicht mindestens noch eins mehr.“

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