Auch Dirk Elbers konnte die Möhne nicht bremsen. Rund 20 000 Narren feierten beim Sturm aufs Rathaus mit.

Düsseldorf. Gegenwehr war zwecklos. Auch Dirk Elbers hatte den Möhne nichts entgegenzusetzen, als diese gestern pünktlich um 11.11 Uhr zum Sturm aufs Rathaus ansetzten. Rund 20 000 Narren schunkelten dazu bei strahlendem Sonnenschein.

Um in Düsseldorf mitzufeiern, war vielen Jecken kein Weg zu weit. Aus Eichsfeld in Thüringen hatten sich neun Teufelchen auf den Weg gemacht: "Uns hat man gesagt, hier in Düsseldorf ist Altweiber am schönsten."

Komplettiert wurde das teuflische Team durch Judith, die aus Bayern nach Düsseldorf anreiste: "Eigentlich komme ich auch aus Thüringen. Aber vor ein paar Jahren bin ich der Liebe wegen umgezogen." Den Rosenmontagszug werden die Damen in Eichsfeld erleben - schon heute reisen sie wieder nach Hause.

Seit November wurde an den Kostümen geschneidert

Seit acht Jahren kommen Christine und ihre Freundinnen Altweiber nach Düsseldorf. "Wir wollen immer Kostüme, die kein anderer hat." Schon im November haben die Freundinnen aus Duisburg, Moers und Dortmund mit dem Basteln angefangen und sich neun Calimero-Kostüme geschneidert. Damit waren sie ein echter Blickfang beim Sturm auf das Rathaus.

Kein Durchkommen auch ein paar Meter weiter beim Uerige. Hier war eine ganze Nordstaaten-Armee aufmarschiert. "Wir kommen seit acht Jahren nach Düsseldorf und sind immer an der gleichen Stelle", verriet der General, "angefangen haben wir mit sechs Leuten. In zwischen sind es 37. alle von unserem Fußballverein Schwarz-Weiß Wattenscheid 08."

Riesenstimmung auch auf de Carlsplatz. Die meisten Stände hatten geschlossen, stattdessen organisierte der AVDK wieder ein Bühnenprogramm - mit vielen Künstlern, die am Vorabend noch in der ARD-Fernsehsitzung zu sehen waren, von den Röbedeukern bis zu Michael Hermes.

Gudrun Hock kam mit gebrochenem Arm

Bester Laune war Dirk Elbers bei seinem ersten Karneval als Oberbürgermeister: "Ja, das ist einfach ein Highlight im Jahr", sagte Elbers und posierte zum x-ten Mal mit einer Möhne vor der Kamera. 30 Krawatten hatte er mit ins Rathaus gebracht, keine blieb unbeschnippelt. Und wie feiert der OB Altweiber nach dem Rathaustrubel: "Erst geht’s zu Siemens, dann ins Stahlwerk. Ja und dann gehe ich auch noch in der Altstadt alleine auf die Rolle." Seine bevorzugte Anlaufstelle: der "Schlüssel" auf der Bolkerstraße.

Originell verkleidet die Bürgermeisterinnen: Marie-Agnes Strack-Zimmermann erschreckte als waschechte Punkerin ("Die Klamotten hab ich in einem Punkerladen gekauft") samt Gummispinne auf der Hand. Gudrun Hock gab die "Adhockix" aus der Asterixwelt mit wallender roter Perücke, Helm und obelixweitem Rock. Nicht zum Kostüm gehörte ihr Gips: "Ich bin tatsächlich am Freitag, dem 13., hingefallen und habe mir den Arm gebrochen", erzählte Hock.

Witzig wieder Sozialdezernent Burkhard Hintzsche: Er zog als "Junggesellenabschied" durchs Rathaus, bestückt mit Apfelkorngürtel und großer DMT-Plakette, Aufschrift: "Drink-Mit-Team". Zurückhaltend Stadtdirektor Helmut Rattenhuber im Dienstmann-Umhang. Dafür verteilte der Kämmerer gefälschte Mini-Dollarnoten mit seinem Konterfei - als Biermarken für die Party in der Zahlstelle.

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