Sicherheitskonferenz von Stadt, Polizei und Justiz beschließt Maßnahmen – inzwischen gibt es 15 Anzeigen von Frauen wegen Übergriffen.

Sicherheitskonferenz von Stadt, Polizei und Justiz beschließt Maßnahmen – inzwischen gibt es 15 Anzeigen von Frauen wegen Übergriffen.
Trafen sich am Donnerstag zum Sicherheitsgipfel (v.l.): Oberstaatsanwalt Thomas Harden, Polizeipräsident Norbert Wesseler, Amtsgerichtspräsidentin Angela Glatz-Büscher und OB Thomas Geisel.

Trafen sich am Donnerstag zum Sicherheitsgipfel (v.l.): Oberstaatsanwalt Thomas Harden, Polizeipräsident Norbert Wesseler, Amtsgerichtspräsidentin Angela Glatz-Büscher und OB Thomas Geisel.

Die Polizei bei einem Einsatz während des Rosenmontagszuges im vergangenen Jahr. Archiv

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Trafen sich am Donnerstag zum Sicherheitsgipfel (v.l.): Oberstaatsanwalt Thomas Harden, Polizeipräsident Norbert Wesseler, Amtsgerichtspräsidentin Angela Glatz-Büscher und OB Thomas Geisel.

Düsseldorf. Weiterhin gehen bei der Düsseldorfer Polizei neue Anzeigen von Frauen ein, die ebenfalls angeben, in der Silvesternacht in der Landeshauptstadt Opfer von sexuellen Übergriffen im Zusammenhang mit Raubdelikten geworden zu sein. Gab es an Neujahr noch vier Anzeigen, so stieg diese Zahl am Donnerstag auf 15. Parallel trafen sich Oberbürgermeister Thomas Geisel, Polizeipräsident Wesseler und Vertreter der Justiz zur Sicherheitskonferenz. Das Thema der Übergriffe auf Frauen stand dabei ganz oben auf der Tagesordnung des zweistündigen Treffens im Polizeipräsidiums.

„Es ist ein total aktuelles Thema – gerade im Hinblick auf Karneval“, sagte Norbert Wesseler der WZ im Anschluss. „Schon weil es ein neues Thema für uns ist – und enorm wichtig für das Sicherheitsgefühl der Menschen.“

Auch nach Karneval könnte es mehr Videoüberwachung geben

Sein oberstes Ziel sei es, „die Präsenz und Ansprechbarkeit von Polizei zu erhöhen“. Aber er will auch dafür sorgen, dass im Falle von Taten die Aufklärung besser und schneller funktioniert, dazu mehr zivile Kräfte auf die Straße bringen. Er wird daher Kontakt zum Land suchen: Wenn Köln und Düsseldorf jetzt die „Hotspots“ dieser Problemlage in NRW seien, dann würden in diesen Städten zusätzliche Einsatzkräfte gebraucht. Und das will er auch schon für die kommenden Tage: „Wir werden auch da deutlich präsenter sein als an einem ,normalen’ Wochenende“, sagt Wesseler.

OB Geisel kündigte für die Karnevalstage auch mobile Videoüberwachung an. „Das soll an besonders neuralgischen Plätzen passieren, um mögliche Taten besser aufklären zu können, Täter abzuschrecken und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu erhöhen.“

Sollte sich aus Geisels Sicht herausstellen, dass der mobile Einsatz von Kameras die Sicherheit erhöht, „halte ich auch mehr festinstallierte Kameras für erwägenswert“. Bislang gibt es fünf solcher Kameras in der Altstadt, vom Bolker Stern bis zur Mertensgasse.

 Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat eine spezielle Hotline für Frauen geschaltet, die in der Silvesternacht in Düsseldorf Opfer von sexuellen Übergriffen oder Gewalt geworden sind. Unter Tel. 0221/809 67 77 gibt es täglich von 9 bis 17 Uhr Beratung zur Opferentschädigung und psychologischer Hilfe.

Die CDU hatte bereits am Mittwoch mehr Kameraüberwachung gefordert, etwa für Grabbe- und Burgplatz. SPD-Fraktionschef Markus Raub warnte am Donnerstag allerdings vor Schnellschüssen. „Ich glaube nicht, dass man jetzt die Patentrezepte in der Tasche haben kann. Dazu muss man deutlich mehr über die Vorfälle in Köln und auch Düsseldorf wissen.“ Er halte es jedoch nicht für ausgeschlossen, dass man am Ende eines Aufklärungsprozesses zum Ergebnis kommt, dass an bestimmten Stellen mobile und auch statische Kameraüberwachung sinnvoll sein kann. „Zu den Orten müsste dann aber die Polizei etwa sagen.“

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