Viele Jecken kämpfen mit einem Besucherschwund bei den Sitzungen. Einige Vereine haben enorme Nachwuchssorgen.

Volles Programm auf der Bühne, aber jede Menge Platz im Saal. So sieht es zurzeit in vielen Sitzungssälen aus.
Volles Programm auf der Bühne, aber jede Menge Platz im Saal. So sieht es zurzeit in vielen Sitzungssälen aus.

Volles Programm auf der Bühne, aber jede Menge Platz im Saal. So sieht es zurzeit in vielen Sitzungssälen aus.

Stefan Arend

Volles Programm auf der Bühne, aber jede Menge Platz im Saal. So sieht es zurzeit in vielen Sitzungssälen aus.

Düsseldorf. "Woran es liegt? Ich weiß es nicht", sagt Dieter Wahl, Schriftführer bei den Uzbrödern. Zur großen Sitzung in der Rheinterrasse kamen am Samstag nur noch 650 Gäste. In der vergangenen Session schunkelten noch rund 100 Narren mehr im Saal.

Noch schlimmer hatte es die Funken-Artillerie Rot-Wiss erwischt, ebenfalls ein Traditionsverein. Deren Herrensitzung gehörte viele Jahre zu den Top-Veranstaltungen im Düsseldorfer Karneval. Diesmal wurden so wenig Karten verkauft, dass der Verein die Prunksitzung in den kleinen Saal der Rheinterrasse verlegen musste - und auch der war bei Weitem nicht voll.

"Es gibt Vereine, die sind einfach überaltert. Denen fehlt zum Teil eine ganze Generation", meint Engelbert Oxenfort, der Präsident des Carnevals Comitees. Er hat sich in den vergangenen Jahren auch bei den kleineren Gesellschaften umgesehen und kennt die Probleme: "Außerdem sterben uns immer mehr der aktiven Leute weg. Es fehlt in vielen Bereichen der Nachwuchs."

Die Probleme in den Vereinen sind hausgemacht

Schwierigkeiten haben vor allem die Vereine, die ihre Karten bislang intern und ohne viel Werbung verkauft haben. "Die Probleme in den Vereinen sind hausgemacht. Aber ich kann mich nicht um jeden Verein kümmern", so Oxenfort. Insgesamt sieht der CC-Präsident kein nachlassendes Interesse am Sitzungskarneval.

Dass es auch anders geht, beweist der AVDK mit seinem Närrischen Dienstag. Die Veranstaltung in der Rheinterrasse ist seit Jahren ausverkauft. "Wenn wir dienstags die Sitzung haben, sind zwei Tage später die Karten fürs nächste Jahr weg", ist AVDK-Präsident Stefan Kleinehr stolz.

Darum wird er in der nächsten Session mit dem Närrischen Dienstag ins Maritim-Hotel umziehen: "Da können wir etwa 500 Karten mehr verkaufen." Kleiner Haken an der erfolgreichen Sitzung: Sie wird ausschließlich von Kölner Künstlern bestritten.

Beim Carnevals Comitee hat man die Probleme der kleineren Gesellschaften erkannt. Die Vereine sollen in Zukunft gemeinsame Sitzungen veranstalten, damit sie finanziell über die Runden kommen. Dabei sieht Oxenfort durch auch Expansions-Möglichkeiten: "Wir haben im Norden nicht einen einzigen Karnevalsverein." Darum will er die Elf Pille aus Angermund für den Düsseldorfer Karneval begeistern. Die Narren feiern zurzeit noch mit den Ratingern zusammen.

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