Die Polizei arbeitet an der Feinplanung für das Sicherheitskonzept. Das Präsidium hat mehr Personal angefordert. Die Anlaufstelle für Frauen wird im Jonges-Haus untergebracht.

Polizei arbeitet an der Feinplanung für das Sicherheitskonzept. Das Präsidium hat mehr Personal angefordert. Anlaufstelle für Frauen wird im Jonges-Haus untergebracht.
Die Polizeipräsenz ist an den tollen Tagen in jedem Jahr deutlich. In diesem Jahr soll sie an Altweiber und Rosenmontag verdoppelt werden.

Die Polizeipräsenz ist an den tollen Tagen in jedem Jahr deutlich. In diesem Jahr soll sie an Altweiber und Rosenmontag verdoppelt werden.

Eine der neuen Kameras hängt an der Kurze Straße. Archivf.: Schaffmeister

dpa, Bild 1 von 2

Die Polizeipräsenz ist an den tollen Tagen in jedem Jahr deutlich. In diesem Jahr soll sie an Altweiber und Rosenmontag verdoppelt werden.

Düsseldorf. Am nächsten Donnerstag um 11.11 Uhr stürmen die Möhne das Rathaus – und ganz Deutschland wird ins Rheinland schauen, besorgt um die Sicherheit. Für die Polizei werden es keine tollen, sondern sehr arbeitsreiche Tage. „Die Planung läuft immer noch sehr intensiv“, erklärt Sprecherin Susanna Heusgen. Schon jetzt sei aber klar: Das wird in diesem Jahr „eine ganz andere Gangart“.

Für Donnerstag und den Rosenmontag hat das Präsidium mehr Kräfte angefordert. „Gerade an Altweiber werden wir aufstocken“, erklärt Heusgen. Im Polizeibeirat vergangene Woche war sogar von einer Verdoppelung der eingesetzten Polizisten die Rede – bislang waren es an Rosenmontag schon immer rund 900.

Auch die Installation zusätzlicher Kameras für den Straßenkarneval wie jetzt an Kurze Straße und Schlossturm „hatten wir vorher nicht“, sagt die Polizeisprecherin. Sie werden nicht wie die Bilder aus der Bolkerstraße in den Beobachtungsraum der Altstadtwache übertragen, sondern laufen direkt bei der Führungsgruppe im Einsatzraum der Inspektion Mitte auf. Heusgen: „Dort, wo die Entscheider sitzen.“ Sie sollen im Ernstfall schnell reagieren und die zahlreichen uniformierten sowie zivilen Kräfte zum Einsatzort dirigieren können.

„Das Augenmerk liegt speziell auf Übergriffen, wie wir sie an Silvester hatten“, erklärt Heusgen. Aufgrund der gesteigerten Sensibilisierung rechne man mit mehr Anzeigen als sonst, brauche also auch noch mehr Beamte in der Wache. „Ich hoffe, dass wir sofort angesprochen werden, wenn etwas passiert“, stellt Heusgen klar.

LZPD verteilt die Kräfte – und sucht wohl Hilfe außerhalb von NRW

Die Zahl der Anzeigen nach Silvester ist aktuell noch einmal gestiegen. „Wir haben 96 Fälle in der Bearbeitung“, sagt Andreas Czogalla, Leiter der Pressestelle. Und er gibt ein Beispiel, weshalb sich der Stand nach fast einem Monat noch verändert: Bei einer Durchsuchung habe man jetzt ein Handy entdeckt, das einer Frau gehört – bei der Anhörung gab sie an, es sei ihr an Silvester gestohlen worden. Und sie sei dabei auch begrapscht worden. Anzeige hatte sie aber nicht erstattet. Inzwischen seien auch Verdächtige im Zusammenhang mit den Übergriffen in dieser Nacht ermittelt, die überprüft würden.

Welche Schlüsse die Polizei daraus für die Taktik an den tollen Tagen zieht, will Czogalla aber noch nicht sagen – etwa dazu, ob bestimmte Personen Betretungsverbote für die Altstadt erhalten. Das sei noch „ein dynamischer Prozess“; man werde die Öffentlichkeit in der kommenden Woche aber informieren, sobald das Konzept wirklich stehe.

Gefeilt wird auch noch im Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD), das die zusätzlichen Kräfte auftreiben muss. „Die Anforderung von Kräften aus den verschiedenen Behörden laufen jetzt ein“, sagt Sprecher Jan Schabacker. Das Amt verteile dann die 18 NRW-Hundertschaften und die Kommissaranwärter, die zur Verfügung stehen. „Darüber hinaus müssen wir dann schauen, was wir brauchen“, so Schabacker. Vermutlich werden Polizeibehörden aus anderen Bundesländern aushelfen müssen.

Aufklärungsgespräche in Flüchtlingsunterkünften

Unterstützung kommt auch vom Düsseldorfer Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Erstmals richtet es, gemeinsam mit der Polizei, einen Frauen-Security-Point in der Altstadt ein. Untergebracht ist er im Jonges-Haus, Mertensgasse 1 an Altweiber, von 11 Uhr bis zwei Uhr morgens und wenn nötig auch länger, sowie am Rosenmontag.

Zusätzlich wird es Aufklärungsgespräche in Erstaufnahmestellen und Flüchtlingsunterkünften geben. „Ein Großteil der Tatverdächtigen von Silvester kommt aus diesen Unterkünften“, sagte Kriminaldirektor Frank Kubicki am Dienstag im Frauenausschuss. „Wir werden darüber reden, wie man sich in Deutschland adäquat verhält und wie nicht.“

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