Das Gebäude liegt in der Nähe der Spundwände, die für neue Kanäle ins Erdreich gerammt worden waren. Auch andere Händler beklagen die Zustände durch die Bauarbeiten.

Wilhelm Dentzer unter der abgesackten Decke in der privaten Kellerbar des Geschäftshauses. Darüber liegen direkt die Verkaufsräume.
Wilhelm Dentzer unter der abgesackten Decke in der privaten Kellerbar des Geschäftshauses. Darüber liegen direkt die Verkaufsräume.

Wilhelm Dentzer unter der abgesackten Decke in der privaten Kellerbar des Geschäftshauses. Darüber liegen direkt die Verkaufsräume.

Wilhelm Dentzer unter der abgesackten Decke in der privaten Kellerbar des Geschäftshauses. Darüber liegen direkt die Verkaufsräume.

Düsseldorf. Ferdi Wolff, zweiter Vorsitzender von "Handwerk und Handel in Angermund", ist eigentlich ein lustiger Mensch, der schon Karnevalsprinz bei den "Elf Pille" war.

Aber angesichts der Kanalbauarbeiten in der Kreuzung von Bahnhofstraße, In den Blamüsen, Kirchweg und Angermunder Straße legen sich tiefe Falten auf sein Gesicht: "Wir Gewerbetreibende sind am meisten betroffen. Wir müssen um unsere Kunden fürchten. An einem so kleinen Ort wie Angermund ist dieser Wanderzirkus der Baustellen auf der Hauptdurchfahrtstraße schwer zu ertragen."

Im Modehaus Dentzer ist die Decke über der Kellerbar nicht mehr sicher

Besonders hart trifft es die Läden in der Kreuzung der Angermunder Straße/In den Blamüsen. Weder der Getränkemarkt von Edeka noch die Apotheke, geschweige denn das Modegeschäft Dentzer sind derzeit gut zu erreichen. Bei Elfi und Wilhelm Dentzer herrscht sogar Panikstimmung. Obwohl sie gerade frische Herbst-Ware eingekauft haben, müssen sie ihr Geschäft bis auf weiteres schließen, weil Teile der Verkaufsfläche einsturzgefährdet sind. Ihr Gebäude liegt unweit der Spundwände, die für die neuen Schmutzwasserkanäle ins Erdreich gerammt werden.

Angefangen hatte alles, so Wilhelm Dentzer im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung, mit Rissen im Boden des Geschäftshauses. Wasser sei aufgestiegen und habe das Büro im Souterrain unter Wasser gesetzt. Er erzählt: "Der Teppichboden war nicht mehr zu gebrauchen. Die Möbel stehen nun auf Rollen und Stützen. Am schlimmsten ist es in der Kellerbar, hier gibt es statische Probleme. Sie führten dazu, dass die darüber liegende Verkaufsfläche nicht mehr betreten werden darf."

Eine endlose Debatte mit Statikern, Seismographen und Vertretern des Stadtentwässerungsbetriebs hätte er schon hinter sich. Dentzer erklärt den Grund: "Wir mussten den Verkaufsraum durch Träger im Untergeschoss stützen, unter Anleitung eines Statikers. Natürlich wollten wir nicht das Risiko übernehmen, dass etwa Kundinnen oder Verkäuferinnen durch die Decke brechen. Und die Gutachter wollten nicht bestätigen, dass das Provisorium hält."

"Hier bricht alles zusammen, aber in der Stadt hält man sich bedeckt, gibt keine Verträge und keine Unterlagen preis."

Wilhelm Dentzer, Händler

Abteilungsleiter Jürgen Braun, zuständig für Neuplanung und Bau von Kanälen, fürchtet, dass "jede Äußerung ein Nachspiel bei der Versicherung" haben könnte. Dentzer wurmt diese vorsichtige Haltung: "Die Leute von der Verwaltung wissen alle Bescheid, aber niemand kommt einmal zu mir nach Angermund und fragt, wie es mir geht. Hier bricht alles zusammen, aber in der Stadt hält man sich bedeckt, gibt keine Verträge und keine Unterlagen preis. Der Gutachter der Stadt war bei mir und meinte, das sei hier ein mittleres Erdbeben. Der Seismograph bestätigt es, aber ich habe nichts schriftlich." Nun hätten, so sagt er, die Anwälte das Sagen.

Stadtentwässerung will die Beweissicherung abwarten

Birgit Bremmenkamp, Pressesprecherin des Stadtentwässerungsbetriebs, erklärt lediglich, man warte die abschließende Beweissicherung ab.

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