Fast 400.000 Euro wurden als Spenden für die Sanierung des Saals gesammelt.

Schon am 12. September kann die sanierte Stammhauskirche beim Diakonie-Fest in Kaiserswerth besucht werden.
Schon am 12. September kann die sanierte Stammhauskirche beim Diakonie-Fest in Kaiserswerth besucht werden.

Schon am 12. September kann die sanierte Stammhauskirche beim Diakonie-Fest in Kaiserswerth besucht werden.

Schon am 12. September kann die sanierte Stammhauskirche beim Diakonie-Fest in Kaiserswerth besucht werden.

Düsseldorf. Glückliches Kaiserswerth. Während man andernorts Kirchen zweckentfremdet oder abreißt, sammelt man hier Spenden, um sie zu sanieren und zu erhalten.

Für die Stammhauskirche am Kaiserswerther Markt kamen 382.764 Euro zusammen, darunter ein Nachlass von über 100.000 Euro und eine zweckgebundene Firmen-Spende von 50.000 Euro. Aber auch Kaiserswerther Anwohner und Kaufleute sammelten Geld. Eine beispielhafte Aktion.

Am 12. September wird die Kirche zum 174. Jahresfest der Kaiserswerther Diakonie eröffnet, nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für sonstige Veranstaltungen.

Das "Diakonissenkirchlein" von 1843 im ersten Stockwerk des "Stammhauses" ist nicht wiederzuerkennen. Es erstrahlt in Weiß. Die farbige Wandmalerei aus einer späteren Bauphase ist nur noch in wenigen Zitaten sichtbar. Immerhin gelang es, die liturgischen Texte im Bogen der Apsis und ausschnittweise in einem dekorativen Wiesen- und Blumenfeld in der Apsis zu retten und zu restaurieren.

Nach Auskunft der Bauleiterin Barbara Jackowski aus dem Architektenbüro Bernhard Bramlage lege man bei der Sanierung Wert auf ein "puristisches Konzept", das dem Original einer protestantischen Kirche sehr nahe komme.

Mit dem Einbau einer Metall-Wand auf Rollen in den Altarraum hatte Bramlage den Wettbewerb gewonnen. Bramlage und Jackowski vergleichen diese verschiebbare Wand mit einem "Lettner", der im katholischen Mittelalter den Raum der Priester von dem der Laien trennte. Durch das recht modische, mit Lichtlöchern versehene Metall lässt sich dahinter ein kleiner Kapellenraum und davor ein multifunktionaler Konzert- oder Vortragssaal einrichten.

Der Fußboden entspricht dem Trend in der aktuellen Raumgestaltung. Er ist aus geräucherter, sehr dunkler Eiche, deren Farbton mit dem der Emporen und des Orgelpodestes übereinstimmt. Ursprünglich hätte Bramlage gern die Holzverkleidungen wie die Wände geweißt.

Damit war jedoch die untere Denkmalbehörde nicht einverstanden, der Holzton sollte gewahrt werden. Aus statischen Gründen dürfen die Emporen jedoch nur von 15 Personen betreten werden. Für mehr Stabilität reichte das Geld nicht mehr.

Info: Die Besichtigung der Stammhaus-Kirche am 12. September ist nach dem Open-Air-Gottesdienst auf einer Bühne auf dem Parkplatz am Ende der Fliednerstraße möglich. Das Datum des ersten Gottesdienstes im sanierten Bau ist noch offen.

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