Beim Pop Day im Zakk stellten sich junge Bands aus der Umgebung vor und konnten ihre Demos von Musikexperten bewerten lassen.

Die Band Jule blumt mit Sängerin Juliane Blum stellte sich im Rahmen des Pop Day im Zakk dem Publikum vor.
Die Band Jule blumt mit Sängerin Juliane Blum stellte sich im Rahmen des Pop Day im Zakk dem Publikum vor.

Die Band Jule blumt mit Sängerin Juliane Blum stellte sich im Rahmen des Pop Day im Zakk dem Publikum vor.

Melanie Zanin

Die Band Jule blumt mit Sängerin Juliane Blum stellte sich im Rahmen des Pop Day im Zakk dem Publikum vor.

Am Samstag drehte sich im Zakk alles um Musik. Zwischen Live-Musik, Workshops und einem Bandcontest hatten junge Künstler und Bands die Gelegenheit, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren und Kontakte zur Musikszene zu knüpfen. Der Pop Day dient jedoch nicht nur als ein Stelldichein der Musikszene, sondern versteht sich als übergreifendes Netzwerktreffen. Dazu präsentierte sich den ganzen Nachmittag die Düsseldorfer Musik- und Kulturlandschaft, gab jungen Bands Tipps und zeigte ihnen ihre Möglichkeiten auf.

Eines haben an diesem Tag alle Produzenten, Veranstalter, Booker und Musiker gemeinsam: Sie wollen die Musikkultur in Düsseldorf stärken und frischen Bands die Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Diese Möglichkeit will auch der Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) bieten, denn der Verband hat einen Sampler mit jungen Düsseldorfer Künstlern herausgebracht. Aus über 50 Einsendungen wählte eine Jury bestehend aus Düsseldorfer Journalisten, Plattenladenbesitzern, Veranstaltern und Bookern 14 Gewinnerbands, die nun auf der CD „New.Heimat.Sounds – Düsseldorf Edition“ erschienen sind.

Nachwuchsmusiker können ihre Demos Musikexperten vorspielen

„Es geht darum, den Bands eine Plattform zu schaffen“, sagt Arnd Sünner von Make Music. Sünner war an der Produktion der CD beteiligt und weiß, wie hilfreich die Aufmerksamkeit gerade für junge Künstler sein kann. Die Bands können sich so einer größeren Öffentlichkeit vorstellen, aber auch den Initiatoren und Partnerunternehmen und somit schließlich der ganzen Branche.

Deshalb wird die CD auch nicht verkauft, sondern sie soll bei Veranstaltungen der Branche ausliegen oder mitgegeben werden. „Für junge Bands ist es wichtig, Ansprechpartner zu haben, die ihnen auf ihrem Weg helfen. Das können Tipps dazu sein, worauf die Künstler bei ihren Vorbereitungen achten sollten, aber auch welche Auftrittsmöglichkeiten es gibt und wie man einen Gig landet“, sagt Arnd Sünner.

Eines der Highlights für Nachwuchsbands beim Pop Day ist der Demo Check. Hier haben die jungen Musiker die Gelegenheit, ihr Demotape echten Musikexperten vorzuspielen und direkt ein Feedback zu bekommen. Musikproduzent Dieter Falk und Philipp Maiburg, Gründer des Open Source Festivals, hören bei jedem Tape, das ihnen vorgestellt wird, konzentriert zu.

„Im Durchschnitt kann eines von fünf Demos überzeugen.“

Philipp Maiburg, Veranstalter des Open Source Festivals

Danach geht es nicht nur darum, ob ihnen gefällt, was sie hören, sie geben den Newcomern auch gleich Tipps, manchmal auch nur kleine Veränderungen, wie etwa erhöhte Bässe, die den Klang eines ganzen Songs verändern können. „Wenn ich einen Song zum ersten Mal höre, dann frage ich mich als allererstes: Bewegt mich, was ich höre? Und wenn nicht, warum nicht?“, sagt Philipp Maiburg. Auf Maiburgs Tisch liegen jedes Jahr zahlreiche Bewerbungen von jungen Künstlern, aber nicht jeder kann überzeugen. „Im Durchschnitt kann eines von fünf Demos so überzeugen, dass ich mir die Band genauer anschauen will“, so Maiburg.

Jan Becker und Florian Breuer gehören mit ihrer Band „Alchemy Club“ zu den Nachwuchsbands, die ihr Tape der Einschätzung und Kritik der Experten ausgesetzt haben. Während ihr Tape läuft, kann man den beiden ansehen, wie gespannt sie sind. „Als wir letztes Jahr zum ersten Mal ein Tape vorgespielt haben, war ich unglaublich nervös und konnte spüren, wie mein Herz immer lauter schlug“, sagt Jan Becker.

Der 30-Jährige ist froh über das Engagement von Musik-Experten wie Falk und Maiburg, immerhin ist dies eine seltene Gelegenheit für Nachwuchskünstler. Becker moderiert zwei Mal im Jahr den Newcomer Wettbewerb im Zakk. „Mit jungen Musikern zusammenzuarbeiten macht viel Spaß. Doch leider werden es tendenziell eher weniger, die sich trauen und einfach mal ausprobieren, was sie können“, sagt Becker. Gute Musik zu machen sei zwar kein Garant für Erfolg, „aber wenn man die Leidenschaft für Musik hat, dann sollte man ihr auch eine Chance geben“.

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