Gewalt: Rund um die Witzelstraße sorgen 15 junge Leute für Angst. Jetzt schlägt eine Familie, die sich alleingelassen fühlt, Alarm.

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Hardy Gonda kann die Schikane der Jugendlichen nicht länger ertragen.

Hardy Gonda kann die Schikane der Jugendlichen nicht länger ertragen.

Bernd Schaller

Hardy Gonda kann die Schikane der Jugendlichen nicht länger ertragen.

Düsseldorf. "Ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn meine Kinder zur Schule gehen", sagt Hardy Gonda. Seit Monaten wird seine Familie und das ganze Viertel von einer Gruppe Jugendlicher belästigt. Der Polizei ist die Situation bekannt.

"Es sind etwa 15 Personen zwischen 15 und 17 Jahren, die die anliegende Gesamtschule besuchen", weiß Polizei-Pressesprecher André Hartwich. Dennoch bekommen die Behörden die Lage kaum in den Griff.

Der Terror beginnt, als Hardy Gondas Sohn Max (17) am 19. Februar mit einem Freund von einem Fortuna-Spiel heimkommt. "Die beiden wurden an der Haltestelle Uni-Kliniken angepöbelt", berichtet Gonda. In der Oertelstraße kommt es zu Angriff. Um die 15 Jugendliche fallen über die Schüler her. Max erleidet Prellungen, sein Freund Tim einen Nasenbeinbruch.

"Blutüberströmt kamen die Jungs nach Hause", sagt Gonda. Die Familie alarmiert die Polizei, welche tatsächlich einige der Täter identifizieren und ihre Personalien aufnehmen kann. Gonda erstattet Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.

Damit geht der Terror erst richtig los. "Eine Woche später wurde unsere neunjährige Tochter Ina von dreien der Schläger in der Straßenbahn begleitet", sagt Gonda. Das Mädchen bekommt Angst, als die Jungen sie auch auf dem Rückweg verfolgen. Zum Abschied drohen sie ihr und ihrem Bruder. Seither fürchten sich die Kinder auf dem Schulweg, werden immer wieder mit Stöcken beworfen. Sie nehmen Umwege, um den Tätern zu entkommen.

Polizei: Täter erscheinen einfach nicht zu Vernehmungen

Das WZ-Ärgertelefon erreichen Sie unter 8382-2336

Fühlt man sich bedroht, so sollte man es vermeiden, alleine unterwegs zu sein. Besser ist es, beispielsweise den Schulweg in Gruppen zurückzulegen und selbstbewusst aufzutreten.

Beinahe jeder besitzt heutzutage ein Handy - und sollte in einer Gefahrensituation auch davon Gebrauch machen. Die Polizei reagiert auf Notrufe besonders schnell, wenn die Dringlichkeit des Anrufes gleich zum Ausdruck gebracht wird.

Es macht keinen Sinn, sich als Zeuge mit einer Gruppe anzulegen. Ein Anruf bei der Polizei ist immer hilfreicher und ungefährlicher.

"Und wir sind nicht die einzigen", sagt Gonda. Ein Briefträger wurde schon angegriffen, seine Post in den Schlamm geworfen. Auf einer Baustelle, wo sich die Jugendlichen aufhalten, findet Gonda beschädigte Bagger. Wände werden besprüht, Autospiegel abgetreten.

Doch obgleich die Polizei die Täter kennt, ist es schwer, sie zu fassen. "Sie erscheinen nicht zu Vernehmungen", sagt Hartwich. In einigen Fällen ist der Wohnort nur schwer feststellbar. Dennoch gibt es Möglichkeiten: "Wenn sich die Täter dauerhaft der Justiz entziehen, besteht die Möglichkeit, einen Haftbefehl auszustellen", sagt Staatsanwältin Julia Stache.

Bislang beschränkt sich die Polizei jedoch auf Kontrollen und will mit der Schule der Täter zusammenarbeiten. Sie hofft auf die Mithilfe der Bevölkerung. "Es ist wichtig, bei Übergriffen sofort die Polizei zu informieren und alle Straftaten zur Anzeige zu bringen", sagt Hartwich.

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