Monatelang war die Bande in Flingern auf Beutezug. Am Dienstag wurde der Anführer verurteilt.

Symbol: Justitia
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dpa

Düsseldorf. Er nannte sie seine „Soldaten“. Er selber war der „Boss“ und schickte sie auf Diebeszug durch Wohnungen und Geschäfte in Flingern. Unter Androhung von Schlägen zwang er die anderen Jungs (14 bis 16 Jahre alt), für ihn die Einbrüche zu begehen. Ihre Handys konfiszierte er.

Sieben Mal war er auch selber in Wohnungen und Geschäfte eingestiegen, stahl dort Geld und Computer. Gemeinsam mit einem weiteren Jungen klaute der heute 20-Jährige ein Auto, baute einen Unfall und floh. Für all das musste sich der Anführer der Jugendbande, die Flingern im Sommer monatelang in Atem hielt, am Dienstag vor Gericht verantworten. Das Urteil: vier Jahre Haft.

Im Gefängnis hat er sich nach eigenen Angaben schon wieder eingelebt: „Man lebt so. Ist halt kein Ponyhof“, sagt er von der Anklagebank aus zu seinen zahlreichen Freunden und Verwandten im Publikum. Direkt nach seiner Verhaftung im Juli wurde er ins Gefängnis nach Wuppertal gebracht.

Denn: Der Bandenchef war zum Zeitpunkt der Taten nur auf Bewährung draußen. 2010 war er zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Auch damals schon wegen Einbrüchen und Diebstahl.

Im Gefängnis macht er eine Ausbildung zur Küchenhilfe

Aufgewachsen ist der 20-Jährige mit sieben Geschwistern in Flingern, besuchte die Förderschule. Von Anfang an habe es in Familie und Schule Schwierigkeiten gegeben, berichtet die Jugendgerichtshilfe. Als er dann aus dem Gefängnis kam, wollte er angeblich arbeiten, durfte aber nicht. Er hatte keine Arbeitserlaubnis. Also sei er wieder zu Einbrüchen übergegangen.

Jetzt habe er aber etwas die Kurve bekommen, heißt es von der Jugendgerichtshilfe weiter. Im Gefängnis hat er seinen Hauptschulabschluss nachgeholt und eine Ausbildung zur Küchenhilfe angefangen. Die wird er dort auch noch zu Ende bringen können.

Seine bisherige Strafe wird zwar auf die neue Haftzeit angerechnet. Dennoch wird er wohl noch länger als ein Jahr hinter Gittern verbringen. „Ich bedanke mich, dass es hier so gut gelaufen ist“, sagte er noch sarkastisch, bevor er wieder abgeführt wurde.

Die anderen Jugendlichen mussten am Dienstag auch vor Gericht erscheinen. Sie durften aber wieder gehen. Sie müssen sich in anderen Verfahren für ihre Taten verantworten.

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