Planung der Gemeinde mit Stadt und Land schreiten voran. Schulamt sieht Bedarf für ein weiteres neues Gymnasium.

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An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

Michael Szentei-Heise plant das jüdische Gymnasium.

Schulamtsleiterin Dagmar Wandt sieht Run auf Gymansien.

David Young, Bild 1 von 3

An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

Düsseldorf. Die 21 Düsseldorfer Gymnasien sind voll. Und im Sommer wird es noch enger, denn der Run auf die höheren Schulen wird sich wie berichtet noch einmal verstärken. Dass die Stadt solche Probleme hat, alle Kinder unterzubringen, macht eine Frage immer dringender: Wie sieht es mit neuen Standorten aus?

Immerhin zeichnet sich ab, dass das schon länger geplante jüdische Gymnasium im Sommer 2016 in Unterrath an der Borbecker Straße an den Start geht: „Es geht voran, in diesen Wochen klären wir die Voraussetzungen mit der Stadt, dann gibt es noch Verhandlungen mit dem Land“, sagt Michael Szentei-Heise, der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde. Solch ein großes Projekt brauche eben Zeit, „es geht nicht um die Eröffnung einer Pommes-Bude“, sagt er. Ein vierzügiges Gymnasium mit in der Endstufe 750 Schülern in einer bislang zweizügigen Hauptschule unterzubringen, erfordere Um- und Anbauten, über deren Refinanzierung noch verhandelt werde.

Schreckt die Terrorangst womöglich viele Eltern ab?

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An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

Michael Szentei-Heise plant das jüdische Gymnasium.

Schulamtsleiterin Dagmar Wandt sieht Run auf Gymansien.

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Michael Szentei-Heise plant das jüdische Gymnasium.

Loslegen soll das Gymnasium zunächst mit den Jahrgangsstufen 5 und 6. Mit jüdischen Kindern allein indes ist es nicht mal zur Hälfte zu füllen. Aber geben wirklich genügend nicht-jüdische Eltern ihre Kinder an eine Schule, an der wegen der Gefahr von Anschlägen höchste Sicherheitsvorkehrungen herrschen – von „Schleusen“ über Kameras bis zum Polizeischutz? Szentei-Heise ist da ganz entspannt: „Natürlich gibt es Eltern, die das abschrecken könnte. Aber unser ganz besonderes Schulangebot unter anderem mit kleinen Klassen wird das Entscheidende sein und dieses Gymnasium zum Selbstläufer machen.“

Im übrigen träfen längst auch staatliche Schulen Sicherheitsvorkehrungen: „Bei uns jedenfalls hätte ein Amokläufer keine Chance“, sagt Szentei-Heise trocken. Auch Wolfgang Scheffler (Grüne), der Vorsitzende des Schulausschusses, glaubt nicht, dass viele Eltern aus Angst diese neue Schule meiden: „Das ist hier sicher kein großes Thema.“

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An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

An der Borbecker Straße sind aktuell Flüchtlinge untergebracht, im Sommer 2016 soll in den Gebäuden das jüdische Gymnasium an den Start gehen.

Michael Szentei-Heise plant das jüdische Gymnasium.

Schulamtsleiterin Dagmar Wandt sieht Run auf Gymansien.

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Schulamtsleiterin Dagmar Wandt sieht Run auf Gymansien.

Bleibt die Frage, ob angesichts der weiter wachsenden Schülerzahl in Düsseldorf ein neues Gymnasium ausreicht? Die Antwort von Schulamtsleiterin Dagmar Wandt ist da unmissverständlich: „Nein!“ Auch in der Politik zeichnet sich eine Mehrheit für ein zweites Gymnasium ab, Scheffler freilich bleibt skeptisch: „Die Gymnasien sind in der Unterstufe so voll, danach wird ausgesiebt und viele Kinder müssen auf Real- oder gar Hauptschule abgehen.“

In Deutschland gibt es in Frankfurt / M. die Lichtigfeld-Schule mit den Jahrgangstufen 5 bis 9, die auf das Abitur hinführt. In Berlin entstand 1993 eine jüdische Oberschule, seit 2012 Moses-Mendelssohn-Gymnasium. Die 450 Schüler lernen alle Hebräisch und jüdische Religion, es gibt nur koscheres Essen.

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