Rhein Fire gibt es schon lange nicht mehr. Aber die Cheerleader haben als „Gold Fire“ überlebt.

Rhein Fire gibt es schon lange nicht mehr. Aber die Cheerleader haben als „Gold Fire“ überlebt.
Gelenkig müssen die jungen Damen sein, die bei Gold Fire mittanzen möchten.

Gelenkig müssen die jungen Damen sein, die bei Gold Fire mittanzen möchten.

Judith Michaelis

Gelenkig müssen die jungen Damen sein, die bei Gold Fire mittanzen möchten.

Düsseldorf. „So, jetzt alle breitbeinig hinstellen, die Arme nach vorne stretchen und mit dem Gesäß Richtung Boden wippen.“ Das Warm-up mit Alina Maldeva und Judith Holzapfel, den „Gold Fire“-Teamleiterinnen, zaubert bei den Casting-Teilnehmerinnen eine gesunde Farbe ins Gesicht. Beim Jubiläums-Casting der Düsseldorfer Cheerleader- und Show-Dance-Gruppe „Gold Fire“, die vor zehn Jahren gegründet wurde, stellten junge Frauen zwischen 13 und 20 Jahren im Oberkasseler Fitness-Center Health City ihre Gelenkigkeit und Rhythmusgefühl unter Beweis.

Dann geht’s auf die Matten, aber nicht etwa zum Ausruhen. Als wären sie aus Gummi, verbiegen sich die Alina und Judith zu einem Spagat à la seconde. Diesen „Männerspagat“ schafft keine der Mädels. Macht aber nichts, denn die Jury-Mitglieder möchten sehen, wie gelenkig die jungen Frauen sind, und ob sie eine gute Körperspannung haben. „Wie weit bekommt ihr euer Bein nach oben“, lautet die Aufgabe bei einer anderen Übung. Während ein Mädchen mit dem Rücken zur Wand steht, führt das vor ihr Stehende deren ausgestrecktes Bein nach oben. Wie bei einem Klappmesser sieht das bei den Teamleiterinnen aus. Dann das Ganze in seitlicher Position.

Motivation, Rhythmus-Gefühl und Freude sind Voraussetzung

Die 17-jährige Marina Jumerova, die früher Hip-Hop getanzt hat und jetzt in einem netten Team trainieren möchte, nimmt mit ihrer Freundin Viktoria Kruszynski teil. Deren Fazit: „Man muss gelenkig sein, aber wir denken, dass wir das gut hinbekommen haben.“

Künftige Gold Fire-Mädchen müssen keine tänzerische Erfahrung mitbringen. Viola Julia von Hoesslin, Tanzpädagogin, Choreografin und Jurymitglied erklärt: „Eine Grund-Gelenkigkeit und Körperspannung sollte schon da sein. Wichtig sind Motivation, Freude und Rhythmusgefühl.“ Allerdings könne man mit einer guten Koordination auch einiges kaschieren, verrät die Fachfrau.

Gelegenheit hierzu haben die Mädchen bei Übungen wie in kerzengerader Haltung blitzschnell um die eigene Achse drehen. Nach dem Techniktraining gilt es, eine leichte Choreografie in Kostümen zu tanzen. Die Jurymitglieder beurteilen dabei Punkte wie äußere Erscheinung, Ausstrahlung, tänzerisches Talent und Technik sowie besondere technische Fähigkeiten.

Erst nach zwei Jahren sitzen alle Choreografien

Die Cheerleader-Gruppe „Gold Fire“ wurde nach dem Aus der Cheerleader-Gruppe des NFL-Europa-Ligisten Rhein Fire „Pyromaniacs“ im Jahre 2007 gegründet. Sie nimmt an den NRW-Tagen teil und ist offizieller Cheerleader des „Race of Champion“.

Außerdem ist „Gold Fire“ unter anderem bei folgenden Events dabei: der Roll- und der Rad-Nacht, dem Metro-Group-Marathon, dem Düsseldorfer Rosenmontagszug sowie Unternehmen-Events und Benefizveranstaltungen, wie ein Herz für Kinder.

Die Gruppe veranstaltet regelmäßig Castings. Mitmachen können junge Frauen zwischen 12 und 28 Jahren. Neben Trainingsmöglichkeiten, Tanz- und Technikunterricht erwarten künftige Gold-Fire-Tänzerinnen viele zum Teil bezahlte Auftritte.

Henry Sprenger, freier Fotograf und Herausgeber der Illustrierten „nrw sports“, der die „Gold Fires“ mit aufgebaut hat: „Die Mädchen brauchen ein bis zwei Jahre, bis sie die Choreografien alle können.“ „Alle“, das sind gut 40 Choreografien für 13 verschiedene Shows. Sprenger: „Cheerdance ist eine selbstständige Sportart und eine spezielle Art zu tanzen. Sie hat nichts mit Stunt-Teams zu tun. Die kurzen Bewegungen erfordern eine starke Körperspannung.“ Die Gold Fires treten bundesweit auf und repräsentieren Düsseldorf bei zahlreichen Events. „Besonders stolz sind wir, seit Anfang Dezember für den Pokalsieger und 26-fachen deutschen Meister Borussia Düsseldorf, der zehn internationale Titel errungen hat, tanzen zu können“, freut sich Sprenger.

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