Rund 6.000 zusätzliche Straßen-Schäden hat der strenge Winter verursacht. Die 18 Ausbesserungs-Trupps der Stadt sind im Dauereinsatz.

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Kolonnenführer Zihni Cinar (hinten) überwacht das Ausbessern eines Schlaglochs auf der Bochumer Straße in Rath.

Kolonnenführer Zihni Cinar (hinten) überwacht das Ausbessern eines Schlaglochs auf der Bochumer Straße in Rath.

Bernd Schaller

Kolonnenführer Zihni Cinar (hinten) überwacht das Ausbessern eines Schlaglochs auf der Bochumer Straße in Rath.

Düsseldorf. Risse durchziehen die Straße, ein Schlagloch reiht sich ans andere und die Fahrbahn ist nur noch ein Flickenteppich - so wie die Bochumer Straße in Rath sehen derzeit viele Straßen in Düsseldorf aus.

Der Rekord-Winter hat dem Asphalt mächtig zugesetzt. Rund 6.000 Schäden, so schätzt die Stadt, hat der Frost verursacht - das wären nochmal 1.000 mehr als im vorigen Winter, der ja auch nicht gerade mild war.

"Im letzten Winter haben die zusätzlichen Schadensfälle zwei Millionen Euro extra gekostet. Das werden wir dieses Jahr sicher deutlich übertreffen", sagt Nicolas Grosch, Sachgebietsleiter im Amt für Verkehrsmanagement.

Für die zwölf Kontrollgänger der Abteilung Straßenbau ist deshalb jede Menge Arbeit angesagt. Einer von ihnen ist Bernhard van Kampen. "Jeder der 23.000 Straßenabschnitte wird mindestens einmal im Monat begangen und auf Schäden untersucht", erklärt der 39-Jährige.

"Fußgängerzonen und Hauptverkehrsstraßen sind jede Woche dran." Das allein ist schon viel Arbeit: 1.400 Kilometer lang ist das Düsseldorfer Straßennetz. Eine Strecke, die von der Kö bis Madrid reichen würde.

In diesem Jahr stehen 31 Straßenabschnitte zur kompletten Fahrbahnsanierung auf der Liste des Amtes für Verkehrsmanagement. Die größten Bauvorhaben sind: Wrangelstraße (Rath, gesamt, 229.000 Euro), Halbuschstraße (Wersten, gesamt, 224.000 Euro), Am Broichgraben (Itter, Höhe Hausnr. 18 bis Am Steinbrück, 212.000 Euro) und Mörikestraße (Stockum, ab Höhe Hölderlinstraße bis Ende, 208.000Euro). Wegen der Zusatzkosten durch den Winter kann es zu Verschiebungen einzelner Bauvorhaben kommen.

Sie sind möglich bei den Betriebshöfen in Lierenfeld (Tel. 899 49 71), Lohausen (Tel. 89949 72) und Benrath (Tel. 899 33 59). Alternativ geht es auch per Mail an: strassenbau@duesseldorf.de

Diesmal steht die Bochumer Straße auf van Kampens Kontrollplan. "Wir waren diesen Monat schon drei Mal hier", sagt der Straßenwärter. Mit einem mobilen Erfassungsgerät verzeichnet er die Schadensstellen auf den Zentimeter genau und sendet sie an die städtische Datenbank.

"Besteht eine akute Gefahr für Autos oder Fußgänger, etwa durch einzelne tiefe Schlaglöcher oder abgesackte Gehwege, sperren wir die Stelle ab und reparieren sie innerhalb von 48 Stunden." Kleinere Schäden wie auf der Bochumer Straße werden innerhalb von drei Monaten behoben.

Jetzt soll die Straße "durchgeflickt" werden. Dafür sind Zihni Cinar und seine drei Mann starke Kolonne angerückt - eine von 18 in der Stadt. Mit einem Kipplader voll Kaltasphalt, einem Brenner und Schaufeln stopfen sie die Löcher. "Der Vorteil an dieser Methode ist, dass wir nur wenige Minuten zum Flicken brauchen", sagt Cinar.

"Die Straße muss nicht mal abgesperrt werden." So geht’s: Das Loch wird mit dem Brenner getrocknet und mit Kaltasphalt gefüllt. Dann streicht ein Straßenarbeiter die schwarze Masse mit einer Schaufel glatt. Ein paar Krümel Sand darübergestreut - fertig ist der Flicken.

Bis zu 30 Anrufer täglich melden neue Schäden

"Einzeln hält er einige Wochen, je nach Witterung", erklärt van Kampen. "Ein richtiger Flickenteppich ist zwar nicht schön, übersteht dafür aber mehrere Jahre." 40 bis 100 Euro kostet die Reparatur eines Straßenabschnitts, je nach Anfahrtsweg und Schwere der Schäden.

Rund vier Millionen Euro hat die Stadt 2010 für die Instandhaltung der Straßen eingeplant, eine Million mehr als im Vorjahr. Aber auch das wird wohl nicht reichen. "Wir bekommen täglich bis zu 30 Anrufe aus der Bevölkerung - und müssen jeden ernst nehmen", sagt Grosch.

Die Reparatur der Schlaglöcher auf den Rheinbrücken dauert indes länger als gedacht: Am Mittwoch wird auf der Heuss-Brücke, Freitag auf der Kniebrücke (jew. 10-15 Uhr, stadteinwärts) weiter gestopft.

© WhatsBroadcast

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