Katholiken bekommen das Zeichen zur Fastenzeit eigentlich in Gottesdiensten. In Düsseldorf geht es dieses Jahr auch ohne.

Katholiken bekommen das Zeichen zur Fastenzeit eigentlich in Gottesdiensten. In Düsseldorf geht es dieses Jahr auch ohne.
Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn zeigen Christen, dass sie bereit sind zu Buße und Umkehr.

Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn zeigen Christen, dass sie bereit sind zu Buße und Umkehr.

dpa

Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn zeigen Christen, dass sie bereit sind zu Buße und Umkehr.

In Düsseldorf gibt es zu Beginn der Fastenzeit eine Premiere: Zum ersten Mal wird das Aschenkreuz „to go“ verteilt. Der Zusatz „zum Mitnehmen“ bedeutet – ähnlich wie beim Kaffee im Pappbecher –, dass es am Aschermittwoch schnell zu bekommen ist. Normalerweise wird es katholischen Gläubigen während längerer Messen auf die Stirn gezeichnet.

Angebot richtet sich an Menschen, die nur wenig Zeit haben

In der Gerresheimer Basilika St. Margareta wird es zwischen 12 und 20 Uhr von einem der Seelsorger der Gemeinde auf die Stirn aufgetragen. Es soll an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens erinnern, die Bereitschaft zu Umkehr und Buße und zugleich die Hoffnung der Christen auf die Auferstehung symbolisieren. Laut Stadtdechant Ulrich Hennes ist das Aschenkreuz „to go“ ein „niederschwelliges“ Angebot, das sich vor allem an gläubige Menschen richtet, die aus zeitlichen Gründen keine Messe besuchen können. Die Prozedur dauere nur wenige Minuten. Auch für Menschen, die nur unregelmäßig in eine Kirche gehen, könne es als eine Art Initialzündung dienen, sich in der Fastenzeit über den eigenen Glauben und Lebensweg bewusst zu werden. Hennes vergleicht die Fastenzeit mit der Betätigung eines Knopfes, der bei elektronischen Geräten die Festplatte löscht und somit Platz für eine Zeit des Bewusstwerdens macht.

„Was kann ich für meinen Glauben lernen? Inwieweit wäre es gut, sich im eigenen Leben neu auszurichten?“, könnten dabei Fragestellungen sein. Und wie kommt der Stadtdechant selber zur Ruhe? Er stehe früh auf. Um halb acht beginnen die ersten Termine. „Zuvor nehme ich mir 45 Minuten Zeit, um zu beten“, sagt Hennes.

Den E-Mail-Verkehr zu reduzieren, abends auf den PC oder das Smartphone zu verzichten und ein „bisschen weniger erreichbar zu sein“, das werde sich vermehrt vorgenommen, erklärt Kerstin Pech. Zusammen mit Diakon Michael Inden leitet sie eine ökumenische Fastengruppe. Immer mittwochs treffen sich dabei im Gemeindetreffpunkt der Evangelischen Gemeinde Eller Menschen, um sich über ihre Fastenzeit auszutauschen. Der Fastenkalender der Evangelischen Kirche bietet dabei mit Bildern, Texten und Bibelversen Gesprächsstoff. Dieses Jahr unter dem Titel „Sieben Wochen ohne Kneifen“. Es gehe darum, das eigene Visier hochzuklappen. Die Gespräche in der Gruppe würden den Teilnehmern oftmals Impulse geben, etwas anders zu machen als gewohnt. Etwa auch dem eher unbeliebten Nachbarn Hilfe anzubieten.

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