Am Wochenende wurde in den Sälen und Straßen gefeiert. In der Philipshalle trafen sich Kölsche und Düsseldorfer Narren.

Die Kammerkätzchen und ihre Diener waren Teil des straffen Programms in der Philipshalle.
Die Kammerkätzchen und ihre Diener waren Teil des straffen Programms in der Philipshalle.

Die Kammerkätzchen und ihre Diener waren Teil des straffen Programms in der Philipshalle.

Ein Jahr Arbeit steckt im farbenprächtigen Kostüm von Mijana Brezovic.

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Die Kammerkätzchen und ihre Diener waren Teil des straffen Programms in der Philipshalle.

Düsseldorf. Mehrere tausend Narren haben am Samstag die stimmungsvollste Lachende Philipshalle seit Jahren erlebt. Das Programm der Kölsch-Düsseldorfer Megasitzung, bei der Bier und Futter traditionell selbst mitgebracht werden, war straff wie selten.

Alt Schuss schafften nur drei Lieder, auch Brings jagten ohne Zugabe von der Bühne. Bernd Stelter hingegen nahm sich die Zeit, genüsslich über "Erfolgsallergiker" Franjo Pooth und Frau Verona, "die Andrea Ypsilanti der Werbebranche", zu lästern.

"Es ist nicht so steif, man muss nicht mal sitzen", sagt Uschi "Pippi Langstrumpf" Höfelmann. Mit einem ganzen Bus sind die 39-Jährige und ihre Freunde aus Mönchengladbach angereist. Manfred Woska (36) aus Hilden ist gar zum sechsten Mal in der Philipshalle. "Die Kölner feiern einfach besser Karneval", meint er.

Zu solchen Meinungen versteigt sich Sabine Mai lieber noch nicht. Die 31-jährige Schwäbin lässt sich von Bläck Fööss, Höhnern, Paveiern, Swinging Fanfares und Co. an diesem Abend die erste jecke Lektion erteilen: "Es ist meine erste Karnevalssitzung. Nächstes Jahr kann ich dann alle Lieder mitsingen!"

 

Biwak der Stachelditzges: Kalter Nieselregen ist nicht gerade das ideale Wetter für den Freiluftkarneval. Das merken auch die Tänzerinnen der Tonnengarde, die sich am Samstag mit Hüpfen, Laufen und Dehnen für ihren Auftritt beim Biwak der Stachelditzges aufwärmen. "Da muss man durch und so kalt ist es ja auch wieder nicht", sagt Alexandra Ledwon.

20 Gesellschaften aus Düsseldorf und Hilden sind nach Flingern gekommen, um das fünfstündige Programm auf dem Hof der Montessori-Schule zu stemmen. Den Karneval in Rio besingen dabei die Düsseldorf-Girls. "Musik zu machen, war eine spontane Idee, mit der wir jetzt schon sieben Jahre unterwegs sind", sagt Birgit Tinzmann.

 

Prunksitzung der Weissfräcke: Ziemlich voll auf der Bühne im Radschlägersaal wurde es am Samstagabend bei der Prunksitzung der Weissfräcke. Dort spielten mit den Swinging Fanfares und den Werstenern gleich zwei Musikgruppen. "Eigentlich waren die Werstener als Ersatz für uns gedacht, weil wir in Jülich auftreten sollten. Dort hat sich aber alles verschoben, so dass wir nun doch hier sein können", berichtet Bandleader Stefan Kleinehr.

Voll wurde es im Saal auch kurz vor Mitternacht. Mit 100 Mitgliedern besuchten die Große Kölner Karnevalsgesellschaft und die Worringer Landsknechte die Weissfräcke.

Galasitzung der Elf vom Niederhein: Schöne, selbstgemachte Kostüme gab es bei der Galasitzung der Elf vom Niederrhein im Kolpinghaus. Dazu zählten auch die farbenprächtigen Kleider der "Kroatischen Frauen". "Wir treffen uns regelmäßig, um die Sachen zu entwerfen und zu schneidern. Für diese Kostüme haben wir fast ein Jahr gebraucht", berichtet Mijana Brezovic.

Rekordverdächtig schnell war der Tulpenheini, der wenige Minuten vor seinem Auftritt an der Bilker Straße vorfuhr und nach seiner Rede im Laufschritt wieder zum Auto eilte. "Heute ist mein Terminplan ziemlich eng, die nächste Sitzung wartet schon", sagt der belgische Karnevalskünstler.

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