Flohmarkt: Auch auf dem japanischen Basar geht es um die Jagd aufs beste Schnäppchen – das gibt’s allerdings nur zum Festpreis.

Düsseldorf. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn sind die Stände am Bertha-von-Suttner-Platz am Samstagvormittag von Menschen umringt. Noch sind die meisten Waren beim japanischen Basar mit Tüchern abgedeckt. Doch der eine oder andere wagt schon mal einen Blick auf die möglichen Schnäppchen.

"Wir sind auf der Suche nach japanischen Büchern und Filmen. Die sind neu sehr teuer", sagt Ann-Christin Lindner aus Bochum. Ein Büchlein hat die Japanisch-Studentin bereits entdeckt, das Neulingen aus dem Land der aufgehenden Sonne die Gepflogenheiten in dem für sie fremden Deutschland erklärt. Ihre Kommilitonin Katrin Wenzen begutachtet gerade die japanische Version von "Independence Day". "Ich finde es interessant, bekannte Filme in einer anderen Sprache zu sehen", erklärt sie, bevor der Blick auf die nächste Bücherkiste fällt. Der Basar hat bereits eine längere Tradition. Seit 13 Jahre verkaufen dort Mitglieder der japanischen Gemeinde Dinge, die für einen guten Zweck gespendet worden sind.

Verkauft werden vor allem Spenden von Japan-Rückkehrern

"Angefangen haben wir beim Japan-Tag. Später ist daraus eine selbstständige Veranstaltung geworden, die wir gemeinsam mit der Volkshochschule durchführen", sagt Organisatorin Mariko Fuchs vom Deutsch-Japanischen Kulturforum. Verkauft werden vor allem Sachen, die von Landsleuten gespendet wurden, die wieder zurück nach Japan gegangen sind.

Um punkt 11 Uhr wird es an den Ständen richtig hektisch. Wie auf Kommando werden zeitgleich die Tücher angehoben. Der Kampf um das beste Schnäppchen hat begonnen. Anders als bei deutschen Flohmärkten gelten hier Festpreise, die allerdings nicht sehr hoch sind. "Handeln ist ein Problem für uns. Das liegt den Japanern gar nicht", sagt Fuchs. Mittlerweile seien aber trotzdem in Japan Flohmärkte durchaus beliebt. "Wir haben gelernt, dass man Sachen wegen der Umwelt nicht wegwirft, sondern noch mal benutzt", erläutert Fuchs.

In Düsseldorf sind vor allem fernöstliches Geschirr und Dekoartikel der Hit. Aber auch Kimonos und Telefone im antiken Marmor-Design wechseln den Besitzer. Bei den Definitionen der Dinge gehen die Meinungen manchmal etwas auseinander. "Ist das ein Wasserkocher", will ein älterer Herr wissen und erfährt von japanischem Verkäufer, dass es sich um einen Reiskocher handelt.

Neben den Deutschen sind auch viele Japaner auf Schnäppchen-Jagd. "Ich suche ein schönes Kinderbuch für meinen Sohn Kenji", sagt Kumiko Kanemopo. Ihre Landsfrau Megumi Adams ist dagegen schon fündig geworden. Für insgesamt elf Euro hat sie Bücher, hölzerne Salatschalen und ein Fotoalbum erstanden. "Jetzt muss ich aber aufhören, mein Mann guckt schon etwas kritisch", sagt Adams lachend, während sich um 11.30 Uhr bereits erste Lücken auf den Verkaufstischen zeigen.

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