Die bei Opel Dresen gestohlenen Airbags und das Fluchtauto der Diebe sind aufgetaucht. Für die Täter wird es eng.

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Die Kfz-Ermittler Oliver Seliger (l.) und Karl-Ernst Kuske mit den 58 gestohlenen Airbags.

Die Kfz-Ermittler Oliver Seliger (l.) und Karl-Ernst Kuske mit den 58 gestohlenen Airbags.

Stefan Arend

Die Kfz-Ermittler Oliver Seliger (l.) und Karl-Ernst Kuske mit den 58 gestohlenen Airbags.

Düsseldorf. Die 58 Airbags, die in der Nacht zu Dienstag bei Opel Dresen in Heerdt gestohlen wurden, sind wieder aufgetaucht. Der Zufall spielte den Ermittlern in die Karten: Das Fluchtauto fiel einer Polizeistreife aus Neuss auf, weil es ohne Licht unterwegs war. Der Wagen und die Beute wurden sichergestellt. Die Täter hingegen sind noch auf der Flucht. Aber jetzt kennt die Polizei den Namen des mutmaßlichen Bandenchefs.

Am späten Montagabend hatten die Diebe - vermutlich ein Trio - auf dem Gelände des Autohauses die Seitenscheiben von 29Neuwagen eingeschlagen und die Airbags fachmännisch ausgebaut. Über einen Wirtschaftsweg, der unter der Brüsseler Straße (B7) von hindurch von hinten zum Opel-Gelände führt, transportierten sie die Beute mit einem Wert von knapp 100 000 Euro ab. Um 0.50 Uhr fiel ihr Auto den Streifenpolizisten auf, als es ohne Licht vom Fahrbahnrand losfuhr. Sie schöpften Verdacht und verfolgten den Wagen.

Die kurze Fahrt führte die Diebe über die Krefelder Straße in den Böhlerweg Richtung Anschlussstelle Meerbusch-Büderich. Doch offensichtlich bemerkten die Täter ihre Verfolger. An einer Freifläche fanden die Polizisten den silbernen Seat verlassen vor. Zu Fuß durchkämmten sie das dicht bewachsene Gelände. Dann riefen sie Diensthunde und den Polizeihubschrauber zu Hilfe, der die Umgebung mit einer Wärmebildkamera scannte. Doch die Bande blieb verschwunden. In Hohlräumen versteckt fanden die Düsseldorfer Kfz-Fahnder schließlich die gestohlenen Airbags.

Mindestens fünf Fälle werden der Bande zugerechnet

Aber die Diebe lieferten den Fahndern nicht nur die Beute, sondern auch einen unschlagbaren Hinweis auf den mutmaßlichen Haupttäter: Der Seat ist in Polen zugelassen auf Mariusz Dudek (37). "Er wird allein in Deutschland bereits mit zwei Haftbefehlen gesucht", sagt Jürgen Franke vom Kommissariat für Kfz-Kriminalität.

Zumindest die vier Airbag-Diebstähle bei Opel Dresen in Heerdt seit Mai 2008 sowie eine ähnliche Aufbruchsaktion bei Opel Dresen in Kaarst im Juli dieses Jahres rechnen die Ermittler Dudek zu. "Aber derzeit ist der Diebstahl hochwertiger Airbagsysteme in ganz Deutschland ein Phänomen", erklärt Franke. Diese würden in Osteuropa auf Märkten angeboten, um Unfallautos auszurüsten. Möglich wäre, dass Dudeks Bande für viele weitere Taten verantwortlich ist. Franke: "Wir haben da oft das Nachsehen."

Diesmal aber haben die Fahnder ein Bild und sogar den Decknamen, unter dem Dudek reist: Marcin Nowakowski. Zudem ist er jetzt zu Fuß unterwegs. Staatsanwalt Johannes Mocken: "Wir haben schnell reagiert und hoffen, ihn vor Polen zu fassen."

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