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Ein Kommentar von Marion Seele-Leichert.

Ein Kommentar von Marion Seele-Leichert.

Melanie Zanin

Ein Kommentar von Marion Seele-Leichert.

Putzen für Bier - das Projekt polarisiert und erhitzt die Gemüter. Viele empören sich darüber, dass Schwerstabhängige ohne nennenswerte Bezahlung als billige Arbeitskraft ausgebeutet und dann auch noch mit Suchtmitteln versorgt werden.

Das Konzept ist jedoch ein unkonventioneller Ansatz, Schwerstabhängige überhaupt zu erreichen, um so den Einstieg in weitere Hilfsangebote zu ermöglichen. Suchtkranken Bier als Lohn für gemeinnützige Arbeit zu geben mag zwar eine ungewöhnliche Maßnahme sein, kann aber ein Mittel zum Zweck sein und die Teilnehmer des Projektes dauerhaft mobilisieren. In Amsterdam hat die Initiative bereits Erfolg, neben der Suchtbekämpfung sorgte die Straßenaufräumarbeit für einen strukturierten Tagesablauf.

Nur wer schon viele Jahre lang von harten Drogen abhängig war und harte Alkoholika konsumiert, dem bietet das Projekt drei Flaschen Bier - mehr nicht. Und die alkoholabhängigen Obdachlosen erhalten durch diese Arbeit zudem das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Das Projekt hat eine Chance verdient, zumal Verdrängen und Verbote bislang wenig gebracht haben. Bier und Besen sind ein Therapieansatz!

© WhatsBroadcast

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