Das lachende :D wurde erst vor drei Jahren für viel Geld aus der Taufe gehoben. Das Logo polarisierte – und ist womöglich jetzt schon ein Auslaufmodell.

Das lachende :D wurde erst vor drei Jahren für viel Geld aus der Taufe gehoben. Das Logo polarisierte – und ist womöglich jetzt schon ein Auslaufmodell.
Das lachende :D war zwei Jahre sehr präsent in der Stadt – u.a. wurde es am Rheinufer auf eine Wiese gepflanzt.

Das lachende :D war zwei Jahre sehr präsent in der Stadt – u.a. wurde es am Rheinufer auf eine Wiese gepflanzt.

dpa

Das lachende :D war zwei Jahre sehr präsent in der Stadt – u.a. wurde es am Rheinufer auf eine Wiese gepflanzt.

Düsseldorf. Düsseldorf soll besser vermarktet werden, mehr Besucher anlocken, eine einheitliche Dachmarke bekommen. So will es die Stadtspitze um OB Geisel und das schlug auch ein Gutachten der Boston Consulting im August vor. Doch schnell voran geht es nicht. Deshalb verlängert sich auch das Haltbarkeitsdatum des von Geisel gar nicht geliebten roten Emoticon-Logos: Das „lächelnde D“ (:D) bleibt auch das ganze nächste Jahr das Signet des Stadtmarketings.

Das hat auch ganz handfest-merkantile Gründe, denn es gibt schlicht noch zu viele Souvenirartikel von der Kaffeetasse bis zu Fahnen mit diesem Logo, die zu verkaufen sind. Zudem sollen die 150.000 Euro, die die Agentur BBDO erst 2013 für die Entwicklung des Logos bekam, nicht gar so schnell in die Rubrik Geldverschwendung fallen.

Auch das lächelnde :D sollte Auftakt einer Dachmarkenstrategie sein

OB Geisel betont auf WZ-Anfrage gleichwohl, dass es jetzt nicht mehr um ein simples Logo, sondern um die – bisher fehlende beziehungsweise mangelhafte – Entwicklung eines Kerns der Marke Düsseldorf gehe. Das wird die Hauptaufgabe des neuen Chefs des Stadtmarketings sein. Der ist nach wie vor noch nicht gekürt, wobei sich freilich der vor vier Wochen in der WZ genannte Frank Schrader, Geschäftsführer der Grey-Tochter Gramm in Derendorf, in der Favoritenrolle gehalten hat.

In seiner Entscheidung wird es wohl liegen, ob das 150 000 Euro teure Logo weiterentwickelt wird – oder ein Fall für die Tonne wird. Wobei eine Neuentwicklung sicherlich noch mal kosten dürfte. Die Experten sind sich zu dieser Frage uneins. Bernd Günter von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Düsseldorf glaubt nicht an eine Neuentwicklung: „Man kann so ein Logo ja nicht alle zwei Jahre wechseln“, meint er.

Der Diplom-Designer Norbert Küpper aus Meerbusch sieht das ähnlich – auch, weil ihm das lachende :D gefällt. „Das ist einfach, klar und positiv. Ich weiß, dass es damals Kritik gab, weil das Emoticon auch anderswo verwendet wird. Das sehe ich aber nicht als Problem. Umgekehrt: Der Gag ist ja, dass jeder das Logo in seinem PC nachtippen kann. Ich würde es weiterentwickeln.“ Eher zurückhaltend über das lachende :D äußert sich Wilfried Korfmacher, Designer an der Düsseldorfer FH: „Die Stadt hat viele Potenziale, das kann man passender darstellen.“

AUFTAKT Das lächelnde :D wurde Ende 2012 vorgestellt. Die ersten Reaktionen waren positiv, auch weil das Logo international verstanden wird. Aber: Solche Emoticons werden auch anderswo verwendet – was bald für viel Häme in der Stadt sorgte. Etwa, dass die Stadt Dubrovnik das :D verwendet oder auch das Land Dänemark.

POLITIK
Der Streit ums Logo war immer auch ein politischer Streit, die damals rot-grüne Rathaus-Opposition fand die Kosten zu hoch. Dass die Federführung schließlich beim Presseamt lag, verschärfte den Ton im Streit noch.

Hintergrund: Auch das lächelnde :D sollte den Auftakt zu einer neuen Dachmarkenstrategie bilden. Dieser Prozess aber wurde nach dem Machtwechsel im Rathaus auf Eis gelegt. Bis er neu startet, wartet man bei der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH ab. „Wir verwenden das Logo vorerst weiter, schließlich sind wir die Stadttochter, die es im Namen trägt“, sagt Sprecher Roman von der Wiesche.

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