Umzug: Düsseldorf droht erneut der Verlust eines renommierten Unternehmens. Die Namensgeber für den Dome suchen eine neue Zentrale.

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ISS-Geschäftsführer Dirk Wittmann hat den Mietvertrag für die Firmenzentrale gekündigt.

ISS-Geschäftsführer Dirk Wittmann hat den Mietvertrag für die Firmenzentrale gekündigt.

Schaller

ISS-Geschäftsführer Dirk Wittmann hat den Mietvertrag für die Firmenzentrale gekündigt.

Düsseldorf. Das waren Nachrichten, wie sie der verstorbene Oberbürgermeister Joachim Erwin liebte: ISS verlegt seine Deutschland-Zentrale von Duisburg nach Düsseldorf und wird zeitgleich Namenssponsor für den neuen Dome in Rath. Das war 2006.

Drei Jahre später stehen bei ISS die Zeichen auf Absprung. Grund: Die Firma ist unzufrieden mit ihrem Quartier, dem ehemaligen Kaufring-Verwaltungsgebäude an der Wanheimer Straße. Sie hat eine Option, den Zehn-Jahres-Mietvertrag nach fünf Jahren zu kündigen, und diese wird nun gezogen.

Belüftungsanlage sorgt für Ärger unter den Beschäftigten

Der entsprechende Brief flatterte Walter Brune gerade auf den Tisch. Der Immobilien-Mogul (Kö-Galerie etc.) hatte das Kaufring-Hochhaus in direkter Flughafen-Nähe aufwändig umgebaut. "Das hat er auch gut gemacht", sagt Dirk Wittmann, bei ISS Geschäftsführer für Finanzen. Offenbar nicht gut genug. Denn die Belüftungsanlage des Hauses sorgt bei den 110Mitarbeitern für Unzufriedenheit. Die Luft ist trocken, der Konsum von Mineralwasser enorm. Die Fenster lassen sich nicht öffnen.

"Es ist immer entweder zu kalt oder zu warm", klagt Wittmann über das Haus mit 3300 Quadratmetern Bürofläche. Stelle man morgens den Regler auf "kalt", weil ein Tag mit viel Sonne ansteht, werde es erst abends kühler. "Man muss also ahnen, wie es wird, und frühzeitig agieren."

Für Gebäudespezialisten ist das natürlich kein Umstand. Die Termine mit Berufsgenossenschaft und Betriebsrat häuften sich. Jetzt hat Wittmann die Reißleine gezogen. Der neue Standort soll erneut im Düsseldorfer Norden liegen, die Nähe zu A44 und A 52 ist ein Vorteil. Aber auch Ratingen ist eine Option. Wittmann: "Dort ist der Baugrund preiswerter, sollte ein Investor für uns einen Neubau errichten."

ISS, das viertgrößte Unternehmen der Welt, ist in die Landeshauptstadt gezogen, um in Deutschland bekannter zu werden. Berlin zog den Kürzeren, da im Umfeld zu wenige Menschen leben. Wittmann bekennt, dass er vor seinem Wechsel zu dem Unternehmen bei den drei Buchstaben an die internationale Raumstation dachte - und an sonst nichts. Das Namenssponsoring beim Dome machte ISS zumindest regional zum Gesprächsthema. "Einen Kunden haben wir dadurch aber nicht gewonnen."

Schon andere große Firmen sind nach Ratingen umgezogen

Ein Umzug von ISS nach Ratingen wäre für die Stadt ein Schlag. Erst vor einigen Wochen kündigte die Abrechnungsfirma DKV an, den Vogelsanger Weg zu verlassen und in die Nachbarstadt zu ziehen. Man fühle sich dort besser betreut. Damit verbunden ist ein Steuerverlust von sieben Millionen Euro jährlich. ISS würde auch Esprit, dem neuen Namensgeber für die Arena, sowie Coca-Cola folgen. Düsseldorfs Stadtspitze muss gewarnt sein - Ratingen ist längst nicht mehr die zweite Wahl und nur eine erste Adresse für Logistiker, die Lagerhallen benötigen.

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