Der Architekt für die Neubauten am Gründgens-Platz kam zum Gipfeltreffen mit Investor und OB ins Rathaus.

Eine von drei Mauern, die das Umfeld des Denkmals Schauspielhaus schützen sollen.
Eine von drei Mauern, die das Umfeld des Denkmals Schauspielhaus schützen sollen.

Eine von drei Mauern, die das Umfeld des Denkmals Schauspielhaus schützen sollen.

Melanie Zanin

Eine von drei Mauern, die das Umfeld des Denkmals Schauspielhaus schützen sollen.

Düsseldorf. Es geht um etwa 300 Millionen Euro, so viel soll die Bebauung südlich des Gustaf-Gründgens-Platzes kosten. Doch noch immer sind nicht alle Hindernisse für das Projekt aus dem Weg geräumt. So konnten sich bislang weder die beiden Haupteigentümer über die Eigentumsverhältnisse einigen, noch ist klar, ob die drei zum Denkmal Schauspielhaus gehörenden Mauern auf dem Gründgensplatz einfach abgerissen werden dürfen, weil sie der Bebauung im Weg stehen.

Deshalb trafen sich Architekt Christoph Ingenhoven, Miteigentümer Uwe Reppegather von Centrum sowie Oberbürgermeister Thomas Geisel zu einem Gipfel im Rathaus. Doch zu einer Lösung ist man immer noch nicht gekommen. Reppegather sagte lediglich: „Wir sind auf einem guten Weg. Nach Ostern soll die Entscheidung über die Grundstücksverteilung feststehen.“

Ingenhoven schimpfte im Anschluss an das Treffen gegenüber der WZ über das Denkmalpflege-Amt. Das vertritt die Position des Erbens des Schauspielhaus-Erbauers Bernhard Pfau, Bernhard Pfau junior, der das Urheberrecht besitzt. Der argumentiert (wie die WZ berichtete), dass die zum Denkmal Schauspielhaus plus Platz gehörenden drei Mauern, die vorgesehenen Abstände zum Gebäude wahren sollen. Sie wären aber den beiden Ingenhoven-Bauten und vor allem einem Pavillon mit Café samt Terrasse, Ticket-Verkauf und Tiefgaragenzugang im Weg.

Ingenhoven: „Mauern sind nicht in Plänen verzeichnet“

Ingenhoven dazu: „Das ist natürlich lächerlich. Ein Denkmalpfleger sollte doch vor allem im Blick haben, wie der Wert eines Denkmals erhalten und weiterentwickelt werden kann. Und wir wollen doch im Einvernehmen mit dem neuen Intendanten Wilfried Schulz das Theater näher an die Stadt bringen und es zu einem lebendigen Teil Düsseldorfs machen, indem wir den Platz beleben.“ Heute sei das Theater vielmehr räumlich getrennt von der Stadt, obwohl es sicher ein tolles Gebäude sei. „Die Mauern wirken wie ein Bauzaun.“

Zudem seien sie in den Plänen von Pfau nicht verzeichnet. Der neue Pavillon solle nun nicht nur ein bloßer Zugang zur Tiefgarage sein. Neben Gastronomie und Ticketing sollen dort laut Ingenhoven im ersten Tiefgeschoss auch Proberäume für das von Intendant Schulz gewünschte Bürgertheater entstehen. Unterm Strich droht nun ein längeres Hin und Her zwischen Denkmalpflege-Amt, kommunaler Politik und schließlich einem Ministerentscheid. Das könnte die Bauarbeiten verzögern, was Ingenhoven allerdings nicht glaubt. Ende des Jahres will er mit dem Abriss der Tiefgarage beginnen und im März 2018 fertig sein.

Der Architekt Christoph Ingenhoven baut den zweiten Teil des Kö-Bogens. Geplant sind ein bis zu 25 Meter hoher Bau und ein kleiner Foodcourt, deren gegenüberliegende Gebäudekanten nach außen hin wegkippen, um eine Sichtachse auf das Schauspielhaus frei zuhalten. Das Schrägdach des kleinen Gebäudes soll als Liegewiese dienen.

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