Nach einer Umfrage der Unternehmerschaft glauben viele Betriebe aber auch an gute Geschäfte – deutlich mehr als im Vorjahr.

Nach einer Umfrage der Unternehmerschaft glauben viele Betriebe aber auch an gute Geschäfte – deutlich mehr als im Vorjahr.
Exportorientierte Unternehmen wie Vallourec sind abhängig vom Welthandel. Doch der schwächelt. Archiv

Exportorientierte Unternehmen wie Vallourec sind abhängig vom Welthandel. Doch der schwächelt. Archiv

Lepke

Exportorientierte Unternehmen wie Vallourec sind abhängig vom Welthandel. Doch der schwächelt. Archiv

Düsseldorf. Die Düsseldorfer Firmen gehen zwar für das laufende Jahr von einem leichten Wachstum aus, viele befürchten aber auch einen Arbeitsplatzabbau. Dies geht aus dem Konjunkturmotor hervor, den die Düsseldorfer Unternehmerschaft jährlich herausgibt. An der Befragung zum Wirtschaftsklima haben 506 von 1700 Mitgliedsunternehmen teilgenommen. „Das hat einen sehr repräsentativen Charakter“, erklärt Andreas Bruns, Vorsitzender der Unternehmerschaft, „repräsentativ für die gesamte Düsseldorfer Wirtschaft“.

25 Prozent der Unternehmen im gewerblichen Bereich befürchten demnach im laufenden Jahr einen Arbeitsplatzabbau. Fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. 33 Prozent sind es sogar im Angestelltenbereich nach 23 Prozent im Vorjahr. „Das drückt die richtige Vorsicht aus“, sagt Bruns, der sich von manch positiver Einschätzung überrascht zeigt. So glauben 71 Prozent der Unternehmen an einen positiven Geschäftstrend. Bruns ist skeptisch: Schließlich befänden sich Länder wie Russland und China in einem Wachstumstal und ein Anstieg der Lohnkosten drohe. Insbesondere für die befragten Unternehmen, die zu 90 Prozent exportorientiert seien.

Terex: Drohende Gefahr kommt für den Kranhersteller aus China

Der Düsseldorfer Konzern Terex gehört dazu. 90 Prozent der Kräne aus dem Unternehmen gehen nach Übersee. „Konkurrenz kommt nicht vom europäischen Markt, sondern durch ein chinesisches Unternehmen. Das ist die drohende Gefahr.“ Die Asiaten könnten in schlechten Zeiten ganz andere Bedingungen offerieren. „Das sind Konditionen, die nicht von einem US-Konzern mitgegangen werden“, sagt Geschäftsführer Mathias Dobner. Wenn die Gewinnsteigerung bei ein bis zwei Prozent liege, sei das zu wenig für die Anleger. Dobner sagt aber auch: „Es wäre fatal, wenn man überhastet kurzfristig reagiert.“ Bei Terex in Benrath arbeiteten 1000 Menschen, mehr als vor einigen Jahren. Allerdings auch dadurch, dass nach der Übernahme von Demag durch Terex Verwaltungsbereiche dazu gekommen seien. Dennoch sorgt Unternehmerschaft-Geschäftsführer Michael Grütering, dass die Forderungen der IG Metall bei den anstehenden Tarifverhandlungen ein falsches Signal sein könnten. Düsseldorf sei ein sehr gut aufgestellter Industriestandort. „Wir spüren aber eine schleichende Abwanderung.“

Trotz aller Unsicherheiten – bei den Ausbildungsplätzen bleiben die Unternehmen zuversichtlich. 82 Prozent (2015: 85 Prozent) halten an ihrem Angebot für Lehrstellen fest, viele wollten es sogar noch erhöhen. 18 Prozent (2015: 15) rechnen mit einer Reduzierung.

unternehmerschaft.de

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer