Umrüstung von 1400 Gasleuchten wird bald beschlossen. Neue Bürgerinitiative in Lohausen wehrt sich.

Düsseldorf. "Masterplan Energieeffiziente Straßenbeleuchtung" heißt das harmlos klingende 24-seitige Papier, das heute der Verkehrsausschuss verabschieden soll, bevor der Rat im Dezember endgültig grünes Licht gibt. Dahinter verbirgt sich das Schicksal von 1400alten Gaslaternen, die die Stadt nun zum Schutze des Klimas gegen elektrische Leuchten austauschen will. Politisch ist das Projekt breit legitimiert: Alle zehn Bezirksvertretungen bekamen die Liste mit den betroffenen Straßen vorgelegt, es gab vereinzelte Proteste und Verbesserungsvorschläge, insgesamt aber Zustimmung.

Unklar ist noch, wie hoch die Kostenbeiträge für die Anlieger sind

Neuer Widerstand hat sich aber nun in Lohausen formiert. Die Leute dort wissen, wovon sie sprechen, denn seit einigen Monaten sind in der alten Engländersiedlung rings um die Anna-von-Krane-Straße LED-Leuchten in Betrieb. Jetzt soll das Wohngebiet in der Nähe des Leuchtenberger Kirchwegs (An der Bausenheide, Am Feldwinkel etc.) hinzukommen. "Das kann nicht sein, die neuen Lampen mit ihrem eisigen Licht passen überhaupt nicht hierher, sie entwerten das Wohnviertel", schimpft Stefan Burkhardt, der Sprecher der Bürgerinitiative in Lohausen. Sämtliche Anwohner haben gegen die LED-Lampen unterschrieben, auch weil noch völlig unklar ist, wie hoch die Anliegerbeiträge sind, die auf sie zukommen. Ein paar hundert Euro dürften es mindestens sein.

Zudem läuft das LED-Pilotprojekt in Lohausen nicht gerade reibungslos. Denn die 50 futuristischen LED-Lampen haben zwar stattliche 550000 Euro gekostet, einige gingen jedoch schon kaputt und mussten ausgetauscht werden. Zudem ärgern sich Anwohner an der Anna-von-Krane-Straße darüber, dass die Lampen regelmäßig grell aufblitzen, ein Phänomen, das die Stadtwerke bestätigen.

Die Stadt verteidigt den Austausch der Gasleuchten vor allem mit der enormen Energieeinsparung: So bräuchten Gasleuchten für die Erzeugung der gleichen Lichtstärke 46 Mal so viel Energie wie Stromleuchten. Im Unterhalt seien die Gasleuchten dreimal so teuer. Außerdem sei Stromlicht einfach heller, was der Verkehrssicherheit zugute komme.

Georg Schumacher, Sprecher der Initiative "Pro Gaslicht" hält dagegen: "Durch die immensen Umrüstungskosten ist der Austausch ökonomisch unsinnig. Vor allem aber sind die Gaslaternen von großer kulturhistorischer Bedeutung für Düsseldorf."

Vorgesehen sind dafür bis 2015 1400 Gasleuchten, ausgenommen sind die historischen Modelle "Alt Düsseldorf" und "Frankfurt".

Die Stadt kalkuliert mit 5,6 Millionen Euro (4000 Euro je Standort). Kritiker halten diese Summe für viel zu niedrig.

Bei WZ mobil können Sie das Thema Straßenbeleuchtung am Donnerstag von 14-15 Uhr in Lohausen diskutieren - am Kreisverkehr Niederrhein-/ Lohauser Dorfstraße.

© WhatsBroadcast

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