Immobilienbesitzer beteuert, alte Papierfabrik im Hafen massiv verschlossen zu haben. Abriss steht im Frühsommer an.

Blick auf eine ehemalige Papierfabrik.
Blick auf eine ehemalige Papierfabrik.

Blick auf eine ehemalige Papierfabrik.

David Young / dpa

Blick auf eine ehemalige Papierfabrik.

Düsseldorf. Immer wieder brechen Unbekannte, vor allem Jugendliche, in die alte Papierfabrik an der Fringsstraße ein – das ist seit Jahren bekannt. „Die alten Hallen üben eine besondere Anziehungskraft auf Fotografen, Sprayer und Abenteuerlustige aus“, sagt Markus Mertens, Vorstandsvorsitzender der Rialto Capital AG mit Sitz in Köln, die das Gelände vor rund anderthalb Jahren von einem Insolvenzverwalter gekauft hat. Er hat erst Montagvormittag durch den Anruf eines Journalisten erfahren, was sich in der Immobilie seiner Firma abgespielt hat: „Das ist natürlich auch für mich unfassbar und schockierend.“

Mit massiven Platten sollten alle Eingänge dicht gemacht werden

Rund 15 000 Euro investiere seine Firma jeden Monat allein für die Sicherung der Fabrik. In dieser Summe seien unter anderem die Kosten für Stahlplatten enthalten, mit denen eigentlich alle Eingänge zur Fabrik verschlossen sein sollten. „Wir haben über 220 solcher massiven Platten verschraubt, um alle Eingänge dichtzumachen“, sagt er. Kein Geheimnis sei es jedoch, dass Unbekannte diese Platten immer wieder mit teils brachialer Gewalt entfernen und selbst Stacheldrahtzäune aufflexen würden. Mertens: „Natürlich hadern wir mit dem Gedanken, ob wir mehr hätten tun können, aber mehr als nachbessern können wir da nicht – wer unbedingt in die Hallen rein will, der findet auch einen Weg.“ Ein Mitarbeiter seiner Firma kontrolliere regelmäßig die Gebäude und melde auch aufgebrochene Stellen. „Mein Mitarbeiter ist jeden Tag vor Ort, teils auch mehrere Stunden, aber immer zu unregelmäßigen Zeiten.“

Für Mittwoch hat Markus Mertens bereits einen Termin für eine Begehung angesetzt, um alle möglichen Eingänge nochmals zu kontrollieren. Ärgerlich sei es unterdessen, dass die Immobilie überhaupt noch da sei. Denn eigentlich sollten auf dem rund 27 000 Quadratmeter großen Gelände, das mittlerweile seit mehr als sieben Jahren brach liegt, schon Ende 2016 die Abrissbagger angerückt sein. Ein Abrissgutachten sei längst eingereicht, das Verfahren habe sich jedoch aufgrund diverser weiterer Gutachten zuletzt verzögert. Nun soll im Frühsommer mit dem Abriss begonnen werden. Ein Entwurf für eine Neubebauung liege bereits allen Beteiligten zur Prüfung vor: Zur Wasserseite hin sollen Büros entstehen, zum Hafen hin soll Raum für Logistik-Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

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