Die Branche ist enorm gewachsen, Unternehmen schwören darauf. Vor allem gut ausgebildete Arbeitnehmer profitieren davon.

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Die Automobilbranche und die Metallindustrie gehören zu den typischen Kunden von Zeitarbeitsfirmen. Sie müssen schnell auf Schwankungen der Nachfrage reagieren wie im Sprinterwerk in Rath (o.) oder beim Röhrenproduzenten Vallourec-Mannesmann.

Die Automobilbranche und die Metallindustrie gehören zu den typischen Kunden von Zeitarbeitsfirmen. Sie müssen schnell auf Schwankungen der Nachfrage reagieren wie im Sprinterwerk in Rath (o.) oder beim Röhrenproduzenten Vallourec-Mannesmann.

Die Automobilbranche und die Metallindustrie gehören zu den typischen Kunden von Zeitarbeitsfirmen. Sie müssen schnell auf Schwankungen der Nachfrage reagieren wie im Sprinterwerk in Rath (o.) oder beim Röhrenproduzenten Vallourec-Mannesmann.

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Die Automobilbranche und die Metallindustrie gehören zu den typischen Kunden von Zeitarbeitsfirmen. Sie müssen schnell auf Schwankungen der Nachfrage reagieren wie im Sprinterwerk in Rath (o.) oder beim Röhrenproduzenten Vallourec-Mannesmann.

Düsseldorf. Die Meinungen über Zeitarbeit gehen auseinander: Die Gewerkschaften warnen vor Lohndumping, die Unternehmen schwören auf das zusätzliche Instrument, Mitarbeiter flexibel einzustellen – eins ist dabei unstrittig: Die Zeitarbeit hat einen enormen Boom in Düsseldorf erlebt.

In der Zeit vom Frühjahr 2005 bis zum Frühjahr 2010 hat sich die Zahl der Menschen in der Stadt, die über Zeitarbeitsfirmen angestellt waren, von 4300 auf über 10 700 mehr als verdoppelt. Neuere Zahlen gibt es noch nicht, man muss aber mit einem weiteren Anstieg rechnen.

Nach Daten der IHK sind in Düsseldorf und Umgebung in den Jahren 2006 bis 2009 158 neue Zeitarbeitsfirmen entstanden, während nur 101 aufgaben. IHK-Sprecherin Antje Mahn folgert: „Es scheint sich damit gutes Geld verdienen zu lassen.“

Fast zwei Drittel der Hilfsarbeiter in Düsseldorf sind schon Zeitarbeiter

Gerade die Wirtschaftskrise hat laut Mahn nun gezeigt, wie wichtig das Instrument der Zeitarbeit für die Unternehmen sei. Das bestätigte Michael Grütering am Freitag, Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer Unternehmerschaft vor Journalisten: „Die Zeitarbeit hilft Firmen, die Produktion schnell an die Auftragslage anzupassen.“ Es gehe dabei gar nicht um Kostensenkung, sondern um Flexibilität, gerade in der jetzigen Zeit des Wachstums.

Das sieht auch Werner Faber so, Geschäftsführer von Faber und Faber. Für sein Unternehmen ist Zeitarbeit ein Standbein neben Beratung und Personalvermittlung. Er findet, das Thema werde zu sehr mit gering qualifizierter Arbeit in Verbindung gebracht: „Wir vermitteln vor allem gut ausgebildete Menschen, rund 70 Prozent davon gehen nach einigen Monaten in Festanstellung.“ Andererseits: Von 3200 Hilfsarbeitern in Düsseldorf sind 2000 Zeitarbeiter. Niemand von ihnen bekommt aber laut Unternehmerschaft weniger als 7,50 Euro die Stunde.

Die Unternehmerschaft stellte am Freitag auch die Stimmungslage der Firmen vor, basierend auf Aussagen von 320 Firmen. Geschäftsführer Andreas Bruns sieht „sehr ermutigende Signale“. 90 Prozent der Firmen blickten optimistisch nach vorn.

Der Auftragseingang im Dezember war bei der Mehrheit besser als ein Jahr zuvor, die Absicht, Mitarbeiter einzustellen, ist weit verbreitet.

Und wer bezahlt die Dienstleistung der Vermittlung? Laut Werner Faber das Unternehmen, schließlich spare es auch den Aufwand der Ausschreibung und Suche. Doch das muss nicht immer so sein. Michael Grütering erläutert: Grundsätzlich gelte der Grundsatz von gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit im Unternehmen. Das schließe aber nicht aus, dass Zeitarbeiter Abstriche bei Zuschlägen oder Weihnachtsgeld hinnehmen müssten. Letztlich regiere auch hier der Markt. Das heißt: Je begehrter die Arbeitskraft desto besser die Verhandlungsposition des Arbeitnehmers.

Wer hier besonders gefragt ist, lässt sich nur schwer sagen: „Mittlerweile fragen praktisch alle Branchen das Instrument Zeitarbeit nach“, sagt Tobias Schreiber von Randstad. Laut Unternehmerschaft sind aber Bereiche wie Metall, Automobile und Großhandel prädestiniert, weil sie sehr schnell auf Schwankungen reagieren müssten, in Düsseldorf etwa Vallourec-Mannesmann oder Mercedes.

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