Pünktlicher sollten die Züge werden. Doch mehrfach gab es Ausfälle. Auch die Anschlüsse klappen nicht immer.

Umsteigen am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist manchmal ein reines Glücksspiel – weil die Anschlüsse nicht immer passen.
Umsteigen am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist manchmal ein reines Glücksspiel – weil die Anschlüsse nicht immer passen.

Umsteigen am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist manchmal ein reines Glücksspiel – weil die Anschlüsse nicht immer passen.

Der neue Nahverkehr klappt noch nicht reibungslos.

Bernd Schaller, Bild 1 von 2

Umsteigen am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist manchmal ein reines Glücksspiel – weil die Anschlüsse nicht immer passen.

Düsseldorf. "Neue Züge, bessere Anschlüsse und mehr Qualität" - das verspricht die Bahn seit Dezember den Fahrgästen im hiesigen S-Bahnnetz. Gut zwei Monate sind vergangen, doch es läuft längst nicht alles rund. Eine Zwischenbilanz.

Kernstück des neuen Konzeptes war die Abschaffung der S7. Als Ersatz wurden zwei bestehende Linien verlängert: die S1 nach Solingen und die S11 zum Flughafen-Terminalbahnhof. Letzteres hat den Vorteil, dass es aus dem Linksrheinischen nun eine Direktverbindung zum Airport gibt. Problem: Je länger eine Strecke ist, desto größer ist die Gefahr von Verspätungen.

Die der S11 ist sehr groß - sie kommt aus Bergisch Gladbach und braucht dafür fast eindreiviertel Stunden. Mehrfach berichteten WZ-Leser, dass die Züge derart verspätet waren, dass sie am Wehrhahn endeten und zurückfuhren. Zuletzt warteten am Dienstagmittag Fahrgäste am Airport vergeblich auf einen Zug.

Rund fünf Prozent aller S-Bahnen sind unpünktlich

Der Bahn ist indes keine besonders hohe Verspätungsquote bei der S11 bekannt. Mit konkreten Zahlen wird das - zumindest vorläufig - noch nicht belegt. Immerhin so viel: Im Durchschnitt seien seit dem 13. Dezember fünfProzent aller S-Bahnzüge unpünktlich. Im Vergleich ist dieser Wert okay, aber auch nicht besonders gut - was die Bahn auch auf den extremen Winter zurückführt. Gleichwohl wird eingeräumt, dass auch auf der Strecke nach Solingen schon Züge vorzeitig wenden mussten.

Ein anderes Ärgernis sind die Anschlüsse am Hauptbahnhof. So wurde mit einer direkten Umsteigemöglichkeit von der S6 zur S8 geworben. Was nur klappt, wenn beide Linien pünktlich sind. Besonders ärgerlich ist diese Situation: Auf der einen Seite des Bahnsteigs kommt eine leicht verspätete S-Bahn an, doch der Zug auf der anderen Seite wartet nicht - die Fahrgäste sehen ihren Anschluss davonbrausen.

Schlichtungsstelle Nahverkehr, Tel.: 0211/3809380 (Mo-Do 10-12 Uhr).

Bis Dezember fahren auf der S8 nur noch neue Züge.

Umsteigen wird zum Glücksspiel. "Zugegeben, das ist ärgerlich", erklärt ein Bahn-Sprecher. "Aber wenn die Züge warten, potenzieren sich die Verspätungen." Grundsätzlich sei man zufrieden mit der Umstellung. So habe sich die neue S68 bewährt, sie sei "sehr gut ausgelastet". Die Linie sorgt in den Stoßzeiten für Entlastung auf den Strecken nach Langenfeld und Vohwinkel.

Auch was geplante Netzergänzungen angeht, gibt’s Licht und Schatten: Die Verlängerung der Regiobahn S28 nach Osten liegt auf Eis, weil Wuppertal kein Geld hat. Für die Verlängerung nach Viersen/Venlo steht die Finanzierung auch noch nicht. "Dabei wär’ das eine sinnvolle Ergänzung, die Holländer wollen gern bessere Verbindungen zum Flughafen", sagt CDU-Experte Andreas Hartnigk.

Besser stehen die Chancen für eine Reaktivierung der Ratinger Weststrecke von Duisburg-Entenfang über Rath und Hohenzollerngelände. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, Knackpunkt dürfte sein, ob auch Personenzüge die jetzige Güterzugstrecke befahren dürfen. Kritisch ist der Tunnel am Staufenplatz. Czerwinski: "Zur Not müssen die Züge eben ab Rath über die Strecke der S6 fahren."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer