Die ehemalige Spielstätte des Vereins GSC Hermes ist seit Jahren verwahrlost. Wie die nahe Zukunft des Areals aussehen wird, ist noch offen.

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Eine alte Trainerbank liegt am Rand des Spielfeldes und rostet vor sich hin.

Eine alte Trainerbank liegt am Rand des Spielfeldes und rostet vor sich hin.

Hier hat schon lange kein Fußball-Fan mehr Platz genommen: Wildwuchs prägt das ehemalige Sportgelände an der Herdecker Straße. Fotos (2): Judith Michaelis

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Eine alte Trainerbank liegt am Rand des Spielfeldes und rostet vor sich hin.

Düsseldorf. Ein alter Fußball liegt mitten auf dem Sportplatz an der Herdecker Straße in Rath. Es muss einige Zeit her sein, dass der Ball zuletzt bewegt worden ist, die Luft ist längst entwichen. Seit Jahren wurde auf dem Platz kein Spiel mehr ausgetragen, schon lange nicht mehr auf die Tore geschossen – auch wenn sie noch unberührt an den Enden des Spielfeldes stehen. Auf dem Ascheplatz hat sich Unkraut breit gemacht, Gräser wuchern an vielen Stellen, sie haben aus der einst roten Oberfläche eine gelbliche gemacht. Unrat liegt auf dem Feld herum, ein alter Turnschuh hier, Überreste eines Sturmes dort.

Nicht viel anders sieht es am Spielfeldrand aus, dort, wo einst die Fans gesessen haben und Trainer ihren Spielern zugerufen haben. Nur noch ein Teil der alten Sitzschalen ist auf den Stahlstangen montiert, andere sind verschwunden. Wo sind sie geblieben? Keiner weiß es. Die, die noch vorhanden sind, haben an vielen Stellen Risse, sind gesprungen. Und auch sie sind von Pflanzen überwuchert, von Brombeeren und Brennnesseln. Auf vielen Sitzschalen sind noch Nummern zu erkennen, jemand hat sich einen Spaß gemacht und die Reihenfolge der Zahlen vertauscht.

Zuletzt wurde der Platz durch den Verein GSC Hermes genutzt

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Eine alte Trainerbank liegt am Rand des Spielfeldes und rostet vor sich hin.

Eine alte Trainerbank liegt am Rand des Spielfeldes und rostet vor sich hin.

Hier hat schon lange kein Fußball-Fan mehr Platz genommen: Wildwuchs prägt das ehemalige Sportgelände an der Herdecker Straße. Fotos (2): Judith Michaelis

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Hier hat schon lange kein Fußball-Fan mehr Platz genommen: Wildwuchs prägt das ehemalige Sportgelände an der Herdecker Straße. Fotos (2): Judith Michaelis

Gegenüber stehen noch die alten kleinen Häuschen, in denen einst Ersatzspieler gesessen haben. Die alten Metallbänke mit den hölzernen Sitzflächen liegen in der Nähe herum. Sie scheinen mit dem Boden des Spielfeldes verwachsen zu sein, sind ebenfalls von Unkraut überwuchert.

Doch auch wenn der Platz auf den ersten Eindruck verfallen wirkt – nahezu alles, was ein Sportplatz braucht, ist noch vorhanden. Selbst die Flutlichter sind noch an hohen Masten am Rand montiert.

Einst trainierte und spielte auf der Anlage an der Herdecker Straße der Verein „Rheinwacht Unterrath“ bis der Anfang der 90er Jahre mit dem Unterrather FC zur Spielergemeinschaft SG Unterrath fusionierte.

In unserer Serie stellen wir in loser Folge Orte in Düsseldorf vor, die heute brach liegen. Orte mitten in der Großstadt, die bei den meisten Bewohnern in Vergessenheit geraten sind. Oft haben diese Orte viele Geschichten zu erzählen – wenn man nur danach sucht. Und genau das macht die WZ in den nächsten Wochen.  

Später war der Platz Heimat des griechischen Fußballvereins GSC Hermes. Der Verein schrumpfte jedoch immer weiter, immer weniger Mitglieder spielten zuletzt regelmäßig Fußball auf der Rather Anlage.

Zuletzt wurde die Sportanlage nur noch wenige Stunden wöchentlich durch den GSC Hermes genutzt – ein alleiniger Spielbetrieb war zuletzt nicht mehr wirtschaftlich und der Verein verlagerte seinen Spielbetrieb auf die Anlage des TuS Nord am Ammerweg.

Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat beschlossen, dass dort aufgrund des gestiegenen Bedarfes nun ein weiteres Kunstrasenfeld entstehen soll.

Auf der Anlage sollen bis Ende 2015 Flüchtlingsunterkünfte entstehen

Eigentümer der Sportanlage ist die Stadt Düsseldorf. Schon Ende dieses Jahres könnte es vorbei sein mit dem Zauber des verlassenen Ortes an der Herdecker Straße.

Auf der Homepage der Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch ist angegeben, dass auf einem Teil des brach liegenden Platzes noch in diesem Jahr Flüchtlingsunterkünfte für bis zu 200 Menschen entstehen sollen. Für einen Teil der Anlage wird zudem überprüft, ob dort eine temporäre Kindertagesstätte eingerichtet werden kann. „In dieser Sache ist jedoch noch nichts entschieden“, sagt Pascal Heithorn vom Sportamt der Stadt, in deren Zuständigkeit die Anlage fällt. Fest stehe unterdessen aber, dass das Grundstück nicht wieder als Sportanlage genutzt wird.

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