Konkurrenz hatte der Polizei den Tipp gegeben. Bei der Razzia wollte niemand mehr das Geld vom Spieltisch haben.

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Düsseldorf. Die zwölf Zocker im Hinterzimmer an der Marienstraße waren völlig überrascht, als im März vor zwei Jahren plötzlich eine Polizei-Razzia den Spielbetrieb abrupt beendete. „Das Geld auf dem Spieltisch gehörte angeblich niemand,“ berichtete einer der Beamten, die an dem Einsatz teilgenommen hatten. Mindestens zehn Monate soll dort ein illegales Spielkasino betrieben worden sein. Allein mit dem Roulettetisch soll ein Erlös von knapp 57 500 Euro erzielt worden sein. Wegen unerlaubter Veranstaltung von Glücksspiels stand am Donnerstag  ein 58-Jähriger vor dem Amtsgericht.

Der Betreiber eines legalen privaten Spielkasinos hatte der Polizei den Tipp gegeben. Ihm hatten Kunden berichtet, dass es an der Marienstraße einen illegalen Zocker-Treff gab.

Auch Glücksspielautomaten waren in den Räumen aufgestellt

Bei der Razzia wurde nicht nur der Roulettetisch sichergestellt. Auch Glücksspielautomaten und Kartentische waren dort. „Wir haben uns da zum Kaffee trinken und Fußballgucken verabredet“, behauptete ein 65-jähriger Dachdecker, der sich selbst als schwer spielsüchtig beschreibt. Chef sei ein Chinese namens Kim gewesen, der spurlos verschwunden ist.

Zweifel gab es an der Höhe der Beute. Wie ein Computerexperte des LKA erklärte, konnte man den Roulettetisch relativ einfach manipulieren Theoretisch hätte man auch ganz ohne Geld spielen können. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Freispruch beantragt, weil nicht klar war, ob der 58-Jährige tatsächlich der Veranstalter gewesen sei. Zumindest am Tag der Razzia war er das, entschied das Gericht. Darum wurde der Angeklagte zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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