Kinder fanden die gefährliche Waffe. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Tatverdächtige.

Der Spielplatz Werstener Feld. Hier haben Kinder eine Maschinenpistole gefunden.
Der Spielplatz Werstener Feld. Hier haben Kinder eine Maschinenpistole gefunden.

Der Spielplatz Werstener Feld. Hier haben Kinder eine Maschinenpistole gefunden.

Ein Satudarah-Mitglied hat mutmaßlich eine MP auf einem Spielplatz vergraben lassen, damit sie bei einer Hausdurchsuchung nicht gefunden wird.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Der Spielplatz Werstener Feld. Hier haben Kinder eine Maschinenpistole gefunden.

Düsseldorf. Was Kinder am 28. Mai auf einem Spielplatz im Düsseldorfer Süden entdeckten, war so brisant, dass es bis heute von den Ermittlungsbehörden geheim gehalten wurde. Denn dort war nach Informationen dieser Zeitung eine voll funktionsfähige Maschinenpistole vergraben.

Zunächst war unklar, ob der Fund möglicherweise einen terroristischen Hintergrund hatte. Doch inzwischen hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen eine Frau und drei Männer eingeleitet, die Verbindungen zum niederländischen Rocker-Club Satudarah haben sollen.

Eltern hatten die Polizei alarmiert, nachdem ihre Sprösslinge auf dem Spielplatz am Werstener Feld die Maschinenpistole ausgegraben hatten. „Aus einsatz- und ermittlungstaktischen Gründen,“ so der Düsseldorfer Polizeisprecher Markus Niesczery, habe man im Mai davon abgesehen, die Öffentlichkeit zu informieren.

Stattdessen wurde die Waffe beim Landeskriminalamt untersucht. Dabei stieß man auf DNA-Spuren eines 29-Jährigen, der dem Rockermilieu zugerechnet wird. Der bestreitet allerdings, die MP selbst auf dem Spielplatz versteckt zu haben.

Auf Anfrage bestätigte der Düsseldorfer Rechtsanwalt Joachim Müller, dass DNA-Spuren seines Mandanten auf der Waffe gefunden wurden: „Das heißt aber nicht, dass er sie in der Hand gehabt haben muss. Da ist noch vieles im Unklaren.“

Waffe sollte wohl aus Angst vor Hausdurchsuchung verschwinden

Die niederländischen „Satudarah“-Rocker versuchen, im Rheinland Fuß zu fassen. Sie stehen wie die „Hells Angels“ und die „Bandidos“ unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität.

Der Name „Satudarah“ („ein Blut“) stammt aus den Malayo-polynesischen Sprachen. Damit weist der Club auf seine multiethnische Ausrichtung hin.

Laut Angaben der Polizei steht der Club den „Bandidos“ nahe, Feinde seien die „Hells Angels“. Die „Satudarah“-Rocker dagegen bezeichnen sich als neutral.

Die Fahnder gehen davon aus, dass die Maschinenpistole einem Satudarah-Mitglied gehörte. Der Mann hatte befürchtet, dass eine Hausdurchsuchung bei ihm bevorsteht, und soll die Waffe an den 29-Jährigen, der damals „Prospect“ (Anwärter) bei dem Rocker-Club war, weitergegeben haben.

Dieser wiederum soll einen Freund gebeten haben, die MP zu beseitigen. Vom Spielplatz sei keine Rede gewesen. Inzwischen hat sich der 29-Jährige angeblich komplett aus der Rocker-Szene verabschiedet.

Dass die Satudarah-Rocker inzwischen offenbar auch in Düsseldorf aktiv sind, dürfte den Fahndern Kopfzerbrechen bereiten. Denn in anderen Städten gibt es bereits gewalttätige Konflikte mit den Hells Angels, bei denen es um die Vorherrschaft im Drogen- und Rotlicht-Milieu gehen soll.

Die Landeshauptstadt war von solchen Konflikten bisher weitgehend verschont geblieben. Insbesondere die Düsseldorfer Altstadt wird von den Hells Angels als ihr Territorium betrachtet. Satudarah soll die „alten Grenzen“ zwischen den Rockern aber inzwischen nicht mehr respektieren.

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