Die neue Show „Tropicana“ kommt sehr amerikanisch daher. Leider entpuppt sich der Titel teilweise als Mogelpackung.

So stellt man sich südamerikanische Lebensfreude vor: Zum Ende des ersten Teils geht es farbenprächtig und sehr sportlich zu.
So stellt man sich südamerikanische Lebensfreude vor: Zum Ende des ersten Teils geht es farbenprächtig und sehr sportlich zu.

So stellt man sich südamerikanische Lebensfreude vor: Zum Ende des ersten Teils geht es farbenprächtig und sehr sportlich zu.

Bernd Schaller

So stellt man sich südamerikanische Lebensfreude vor: Zum Ende des ersten Teils geht es farbenprächtig und sehr sportlich zu.

Düsseldorf. "Tropicana" - das klingt nach Sonne, Lebensfreude und Karibik. Und so ist die Erwartungshaltung des Publikums bei der Premiere der neuen Show von Holiday on Ice in der Philipshalle hoch.

Bevor sich allerdings karibische Farbenpracht auf dem Eis entfaltet, müssen sich die Besucher ein wenig gedulden, denn das südliche Feuerwerk entzündet sich erst zum Ende des ersten Teils. Dann allerdings mit voller Wucht - mit Bolerorhythmen, tanzenden Palmen und so bunten Kostümen, dass man nicht weiß, wo man hinschauen soll.

Besonders witzig:Einige Eistänzerinnen haben unter ihren langen Rüschenkleidern Masken versteckt. Wenn sie an Strippen ihre Röcke hochziehen, wirken sie wie Zwerginnen mit überdimensionierten Ananashüten. Dazu tanzen auf der Videowand die Palmen. Die Szene ist "der" Hingucker der Show und wurde bei der Premiere entsprechend bejubelt.

Zunächst allerdings schleppte sich die Vorstellung arg brav durch die Melodien des New Yorker Nachtleben, zeigte Tanzstile von Rock’n’Roll bis Boogie Woogie, beschwor verlorene Liebesträume und ließ in "Seasons of Love" Disney-Kitsch aufleben.

Im zweiten Teil gewinnt die Show an Fahrt

In der zweiten Hälfte nahm die Produktion dann Fahrt auf. Weihnachten ist zwar vorbei, aber das kleine Mädchen, das im Vorweihnachtseinkaufsstress eine Ansprache sucht, aber von den Passanten abgewiesen wird, rührt auch im Januar das Herz.

Gespielt wird noch bis zum 31. Januar. Die Vorstellungen sind am Freitag und Samstag (29./30.1.) um 16.30 und um 20 Uhr, Sonntag um 14 und um 17.30 Uhr.

Die Tickets kosten zwischen 19,90 und 49,90 Euro. Kinder zahlen am Freitag nur neun Euro, am Wochenende die Hälfte.

Seit einiger Zeit kommt zu den Premieren immer ein Stargast. Vor zwei Jahren war es Tanja Szewczenko, danach kam DJ Ötzi und nun Anna Maria Kaufmann.

Zum 38. Mal ist "Holiday on Ice" in der Philipshalle zu Gast.

Als sich plötzlich die Tür des Spielzeugladen öffnet und in bester Nussknacker- und Alice-im-Wunderland-Manier Teddybären, Soldaten sowie ein süßes Schweinchen mit Zöpfen die Eisfläche stürmen, vergisst man die Langeweile. Dazu singt die amerikanische Sängerin Anna Maria Kaufmann "Christmas is around the corner" - das ist Weihnachtsstimmung pur.

Eher an den Valentinstag erinnert das Liebesduett des russischen Eistanzpaares Evgeny Belyanin & Daria Permoniva. Vor einer verschneiten Promenade tanzen sie ihr Pas des Deux, auf der Videowand fallen Schneeflocken und matt schimmern romantische Gaslaternen. Nur die roten Blätter, die plötzlich von den Bäumen fallen und sich zu einem roten Herzen formen, wirken reichlich kitschig. Doch das macht das Sternenfunkeln-Finale wieder wett.

Was man sonst noch zu sehen bekam, waren eine Luftakrobatiknummer mit der koreanischen Läuferin Angela Kim, viele Hebefiguren, aber leider wenig Sprünge. Zu hören gab es weitere Songs, die Anna Maria Kaufmann bei der Premiere live auf dem Eis vortrug.

Bei den anderen Vorstellungen ist sie als Großprojektion auf der Videowand zu sehen. Am Ende erwies sich die Show als familientauglich - wenn auch mit falschem Titel. "American Way of Life" wäre passender gewesen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer