Die Suche nach neuen Azubis und Verstärkung für die Freiwillige Wehr läuft ständig. Eine Werbemaßnahme ist die Jugendfeuerwehr.

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Franziska Becker und Marc Rodenbeck erklären Dezernentin Helga Stulgies (l.) die Scheinwerfer.

Franziska Becker und Marc Rodenbeck erklären Dezernentin Helga Stulgies (l.) die Scheinwerfer.

Feuerwehr-Chef Peter Albers sucht ständig Nachwuchs für die Wehr.

Stefan Arend, Bild 1 von 2

Franziska Becker und Marc Rodenbeck erklären Dezernentin Helga Stulgies (l.) die Scheinwerfer.

Düsseldorf. Rund 800 Menschen arbeiten bei der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr, 155 müssen jeden Tag im Dienst sein. Um diesen riesigen Sicherheitsapparat in Bewegung zu halten, sucht die Stadt ständig neue Auszubildende, die sich eine Zukunft mit Blaulicht vorstellen können.

Doch einfach hat sie es nicht. Zwar bewerben sich jährlich rund 800 junge Menschen. „Aber die Qualität der Bewerber ist ein Problem“, sagt Feuerwehr-Chef Peter Albers. Nur etwa zehn Prozent schafften es schließlich auf einen Ausbildungsplatz – der große Rest scheitert an den Mathe- und Deutschtests sowie an der Sporteignungsprüfung.

Ohnehin kann die Berufsfeuerwehr die Arbeit in einer Großstadt nicht allein bewältigen. Neben fast 3000 Brandeinsätzen musste sie im Jahr 2009 zu fast 5000 technischen Hilfeleistungen ausrücken. „Diese Einsätze nehmen ständig zu, etwa durch Stürme und Hochwasser“, erklärt Albers. „Damit steigen die Ansprüche an die Feuerwehr.“

Auch an die rund 300 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, etwa an die Löschgruppe Logistik. Die 21 Männer und eine Frau haben beim Hochwassereinsatz an der Anger vor wenigen Wochen für die Beleuchtung gesorgt, bei Großeinsätzen unterstützen sie die Einsatzleiter mit Kommunikationstechnik.

22 Kräfte hat die Löschgruppe, 50 sollten es laut ihrem Chef Christian Schmitt eigentlich sein. Ähnliche Sorgen plagen auch die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr in Angermund und Wittlaer.

Dezernentin: „Wichtiger Weg, qualifizierten Nachwuchs zu finden“

Als Gegenmaßnahme hat die Gruppe Logistik jetzt eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen. Acht Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren machen bereits mit, acht weitere werden noch gesucht. Sie veranstalten Fahrradtouren und Grillabende, lernen aber auch, einen veritablen Löschangriff zu meistern – und messen sich mit anderen Jugendfeuerwehrgruppen bei Wettkämpfen darin. „Es hat durchaus einen Praxis-Charakter“, sagt Schmitt. „Die Jugendfeuerwehr ist ein wichtiger Weg, qualifizierten Nachwuchs zu finden“, ist auch Feuerwehr-Dezernentin Helga Stulgies sicher.

Zumindest für die Ehrenamtler scheint das zu stimmen: Allein in der Freiwilligen Feuerwehr stammen von 34 Mitarbeitern 17 aus der Jugendfeuerwehr. Auch die 15-jährige Jugendfeuerwehrfrau Franziska Becker kann sich gut vorstellen, sich als Erwachsene weiterhin bei der Freiwilligen Wehr zu engagieren. „Aber Berufsfeuerwehr will ich nicht machen.“ Ähnlich sieht es ihr 17-jähriger Kollege Marc Rodenbeck: „Als Kind war es mein Traumberuf.“ Aber Einblicke in 24-Stunden-Bereitschaft und Daueralarm haben ihn diese Idee begraben lassen.

© WhatsBroadcast

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