Düsseldorf ist reich, aber läuft schon wieder in die Schulden. Wo geht das Geld bloß hin? Ein Überblick über die aktuellen Steuergräber.

Düsseldorf ist reich, aber läuft schon wieder in die Schulden. Wo geht das Geld bloß hin? Ein Überblick über die aktuellen Steuergräber.
Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Der Platz vor dem Justizministerium wurde neu gepflastert. Das sieht zwar gut aus, aber war es nötig? Archiv

Ludwig-Zimmermann-Straße: Radweg in Straße ohne Verkehr.

The Toro Company. All rights reserved, Bild 1 von 3

Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Düsseldorf. Nein, die Summen, von denen hier gleich die Rede sein wird, würden – lägen sie als Bargeld auf dem Tisch – lange nicht reichen, um die akuten Löcher im Stadtsäckel zu stopfen. Die sind noch viel größer. Und wer sich fragt, wo die einst vorhandene Rücklage von 570 Millionen Euro hin ist, soll sich Kö-Bogen (1. Bauabschnitt) und Wehrhahn-Linie anschauen – dann sieht er rund 550 Millionen davon.

Aber Kleinvieh macht eben auch Mist. Und zwar gar nicht so wenig: Die Kämmerin bemüht sich gerade redlich, Sparpotenziale auch kleinerer Größenordnung zu erkennen – und flüssig zu machen. Allerdings: Düsseldorf hat sich in den fetten Jahren einen Standard angewöhnt, der schwer wieder zurückzuführen ist. Und so staunt der Beobachter, wenn er sieht, wie allerorten in der Stadt Geld versenkt wird.

Düsseldorf ist reich, aber läuft schon wieder in die Schulden. Wo geht das Geld bloß hin? Ein Überblick über die aktuellen Steuergräber.
Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Der Platz vor dem Justizministerium wurde neu gepflastert. Das sieht zwar gut aus, aber war es nötig? Archiv

Ludwig-Zimmermann-Straße: Radweg in Straße ohne Verkehr.

Sergej Lepke, Bild 1 von 3

Der Platz vor dem Justizministerium wurde neu gepflastert. Das sieht zwar gut aus, aber war es nötig? Archiv

 

Radweg in Straße ohne Verkehr

Ein schönes Beispiel ist etwa in der Ludwig-Zimmermann-Straße zu besichtigen. Sie wissen nicht, wo die ist? Keine Sorge, das weiß fast niemand. Denn die kleine Straße zwischen Oper und Parkhotel führt nur zu einer Sackgasse. Parkplätze gibt’s auch kaum. Wer die Straße kennt, weiß: Dort gibt’s fast gar keinen Verkehr. Ideal für Radfahrer, denn man kann mitten auf der Fahrbahn fahren. Besser gesagt: Man konnte: Auf der Straße ohne Verkehr wird ein Radweg gebaut. „Ein vorgezogener Aprilscherz?“, fragt sich nicht nur WZ-Leserin Barbara Fieber. Sie meint: Es würde reichen, „Schilder aufzustellen, um den Ortsunkundigen zu zeigen, wo es lang geht“.

Düsseldorf ist reich, aber läuft schon wieder in die Schulden. Wo geht das Geld bloß hin? Ein Überblick über die aktuellen Steuergräber.
Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Einen Zuschuss von 44 000 Euro soll der Golf-Club Hubbelrath für einen Luxusrasenmäher bekommen. Unser Bild zeigt ein ähnliches Modell der gleichen Firma.

Der Platz vor dem Justizministerium wurde neu gepflastert. Das sieht zwar gut aus, aber war es nötig? Archiv

Ludwig-Zimmermann-Straße: Radweg in Straße ohne Verkehr.

ale, Bild 1 von 3

Ludwig-Zimmermann-Straße: Radweg in Straße ohne Verkehr.

Der Spaß kostet übrigens 250 000 Euro, wovon fairerweise noch eine nicht bezifferbare Summe abgezogen werden muss, weil auf der Heine-Allee im selben Zuge eine alte Baustelleneinrichtung entfernt wird. Das hätte sowieso gemacht werden müssen.

 

Martin-Luther-Platz

Solche Beispiele gibt es viele. Manche sind nicht so dramatisch, wie etwa die neue Pflasterung des Martin-Luther-Platzes. Die ist völlig okay in dem Bereich, wo gebaut worden ist. Aber warum der Platz vor dem Justizministerium mitgemacht wurde, darf man wohl schon fragen. Klar: Jetzt ist es schöner. Aber war es nötig?

 

Kö-Baum

Ein anderes schönes Beispiel gibt’s an der Königsallee zu bestaunen. Dort ist ein Baum so groß geworden, dass er eine Balustrade des historischen Tritonenbrunnens zur Seite drückt. Sie steht schief – und könnte umfallen. Die Verwaltung steht also vor der Fragestellung: Baum oder Balustrade? Eins muss weichen.

Die Antwort ist eigentlich logisch: Ein Baum wächst nach, eine Balustrade nicht. Trotzdem gibt es seit mehr als fünf Jahren einen nutzlosen Verwaltungsvorgang zum Thema – anstatt den Baum wegzunehmen und etwas versetzt neu zu pflanzen. Allein die Frage, welches Amt jetzt zuständig ist, bringt das Presseamt ins Schwitzen. Das Gartenamt war es mal, das Verkehrsamt auch. Dazu das Bauamt. Und jetzt offenbar das Kulturdezernat. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass sich ein kulturbeflissener Mitarbeiter der Verwaltung in seiner Arbeitszeit über die abgegriffene Akte beugt und bei Null anfängt bei einem Problem, das keines ist.

 

Rasenmäher

Eine brandaktuelle Posse stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Sportausschusses: Beim Golf-Club Hubbelrath wollte die Stadt mal nicht mit der Rasenmäher-Methode sparen, sondern im Gegenteil dem Verein für einen Luxus-Mäher 44 000 Euro als Zuschuss spendieren (der Toro GM 4300 kostet circa 59 000 Euro). Weil Medien wie die WZ die Sache schon vorher aufspießten, bekamen die Politiker am Mittwoch im Ausschuss kalte Füße – und vertagten den brisanten Punkt auf die nächste Sitzung. Etwa in der Hoffnung, bis dahin könnte Gras über die Sache wachsen?

 

Stadtkasse

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Erst Mittwoch berichtete die WZ, dass der Leerstand der Alten Kämmerei in der Altstadt (Marktplatz 5-6) seit Oktober 2014 Kosten von 4,7 Millionen Euro verursacht hat. Grund: Die Sanierungsplanung wurde geändert mit dem Ziel, 2,3 Millionen Euro zu sparen. Saniert ist bis heute nichts. Noch nutzloser kann man Geld kaum ausgeben.

Sind Ihnen Fälle von Geldverschwendung aufgefallen? Schreiben Sie uns: redaktion.duesseldorf@wz.de

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