Firmen werben bei der Hochzeitsmesse unter anderem mit exotischen Eissorten als Alternative zum klassischen Sektempfang.

Auf der „Trau-Dich-Messe“ zeigte Ballonmeisterin Monika Jeschke (re.) Patrik Gaida und Jeanette Hoinka auch ein aufgeblasenes Pärchen.
Auf der „Trau-Dich-Messe“ zeigte Ballonmeisterin Monika Jeschke (re.) Patrik Gaida und Jeanette Hoinka auch ein aufgeblasenes Pärchen.

Auf der „Trau-Dich-Messe“ zeigte Ballonmeisterin Monika Jeschke (re.) Patrik Gaida und Jeanette Hoinka auch ein aufgeblasenes Pärchen.

Sergej Lepke

Auf der „Trau-Dich-Messe“ zeigte Ballonmeisterin Monika Jeschke (re.) Patrik Gaida und Jeanette Hoinka auch ein aufgeblasenes Pärchen.

Düsseldorf. Wer heiratet, hat heute unzählige Möglichkeiten. Auf gleich mehreren Hochzeitmessen im Jahr übertreffen sich die Aussteller mit kommerziellen Angeboten. Von klassisch bis ausgefallen, von der großen Feier in der Burg bis zum kleinen feinen Picknick ist fast alles möglich. „Hochzeiten sind ebenso verschieden wie heutige Lebensentwürfe“, sagt Ralf Schulze von der Messe „Trau Dich“. Sie fand jetzt auf dem Böhler-Gelände statt.

Wer heiratet, gibt heute oft viel Geld aus – auch für Details. Die Firmen suchen sich Nischen, Besonderheiten. Das zeigt sich bis in Bereiche wie Dekoration und Verpflegung. Trends aus dem Alltag oder Traditionen finden sich in neuer Form wieder. Ein Beispiel sind die „Ballonmeister“. Hier gibt es schon lange nicht mehr nur die klassischen Herzballons, die die Gäste in die Höhe steigen lassen. Die Firma hat sich spezialisiert auf Girlanden, Rundbögen, Säulen, Bouquets, Tischdeko und Figuren, kümmert sich um die Ausstattung von ganzen Hochzeitssälen. „Neben den Partys macht das einen großen Teil des Geschäfts aus“, erklärt Betreiberin Monika Jeschke.

Wer zu ihr an den rosa und weiß dominierten Stand kommt, liebt meist das Verspielte, sagt sie. Für Jeannette Hoinka und Patrik Gaida gehören Ballons zur Hochzeit einfach dazu. Sie lieben es traditionell, interessieren sich aber auch für spezielle Techniken. Monika Jeschke erklärt ihnen die „Exploder-Technik“: In einem großen, durchsichtigen Ballon stecken kleine, mit Helium gefüllte Ballons. Ein Stich mit der Nadel und sie fliegen.

Eiswagen mit veganen Bio-Sorten statt Sektempfang

Auch wenn es ums Essen und Trinken geht, müssen es nicht immer Häppchen und Sekt sein. Das junge Team von „I am love“ setzt seit einigen Jahren auf eine Kombination aus klassischem Eiswagen mit Vanille und Schoko und besonderen Sorten, beispielsweise veganem Eis sowie Geschmacksrichtungen wie Lavendel oder Kürbis. „Wir ersetzten möglicherweise den Sektempfang oder kommen zu einem Picknick oder auch zum Frühstück“, sagt Kevin Kuhn.

„Das schmeckt total lecker, und für meine Hochzeit im Hochsommer ist Eis eh eine tolle Idee“, findet Joana Potten. Mit ihrer Begleiterin Karina Loth probiert sie gerade einen Mix, darunter eine Kugel mit dem Namen „Einhorn“ – weiße Schokolade mit Himbeeren. „Es wäre mal etwas anderes für die Gäste, während wir als Paar für Fotos unterwegs sind – zusätzlich zum Sekt.“ Jetzt muss sie nur noch ihren künftigen Bräutigam dafür begeistern.

Trauringe an einem Tag selbst schmieden statt kaufen

Paare können sich an mehreren Terminen im Jahr kundig machen. Die nächste, kleine Messe „Bube Dame Herz“ ist bereits am 28. und 29. Januar im Schloss Benrath. Rund 130 Veranstalter präsentieren sich auf der „Interbride“ auf dem Messegelände, 27. bis 30. Mai. In die Mitsubishi Halle kommt die „Hochzeitsmesse Düsseldorf“ am 11./ 12. November. Und am 13./14. Januar ist wieder „Trau Dich“.

Auch das Selbermachen liegt im Trend, sogar bei Trauringen. Vor einigen Jahren war Dustin Brach noch der einzige auf der Messe, erzählt der Goldschmiedemeister. Vor zwölf Jahren hat die Hobbygoldschmiede in Oberkassel damit angefangen, die Konkurrenz sei in letzter Zeit deutlich gestiegen. Brach selbst verkauft keine eigenen Kreationen, sondern hat sich in seiner Werkstatt auf Kurse spezialisiert. „Für manche ist das ein richtiges Hobby, sie kommen regelmäßig zu mir und gestalten Ketten, Ohrringe, Armbänder. Aber natürlich kommen auch immer wieder mal Hochzeitspaare.“

Der Trauring solle natürlich etwas ganz besonderes werden – dennoch seien selbst blutige Anfänger bei ihm richtig, handwerkliches Geschick brauche es nicht, sagt er. Brach beweist auf der Messe, was das heißt. Mit der Zange biegt er ein abgezwicktes Stück Silber grob in Kreisform, lötet es mit einer kleinen Flamme und klopft es mit einem einfachen Hammer rund. Immer wieder bleiben Besucher stehen. An Publikum mangelt es nicht. Hoinka weiß, warum: „Wir schauen uns öfter um, damit die Feier rundum schön wird.“

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