Die beiden Angeklagten baten die Angehörigen um Verzeihung.

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Düsseldorf. Lange musste die Familie von Ömer H. darauf warten. Als Mohamed T. (24) und Ibrahim S. (22) am Mittwoch ein Geständnis ablegten und sich entschuldigten, waren Eltern, Geschwister und Ehefrau des Toten gar nicht im Saal. Nach den Tumulten in der vergangenen Woche hatten sich die Nebenkläger dazu entschlossen, an zwei Verhandlungstagen nicht teilzunehmen.

Übereinstimmend erklärten die beiden Angeklagten, dass man am 5. November 2011 schon vorher in der Altstadt gefeiert und Wodka getrunken habe. Im Checker’s sei es dann wegen einer Frau zum Streit gekommen. Die hatte zu Mohamed T. gesagt, er solle sie „nicht so blöd anschauen“. Dann habe sich Ömer H. eingemischt und es sei zu der ersten Rangelei gekommen: „Er wollte sich mit mir schlagen. Wir wollten nur noch nach Hause.“

Beim Verlassen der Diskothek sei die Situation dann eskaliert. Ömer H. habe den 24-Jährigen gegen die Hüfte getreten, Mohamed T. wollte mit der Faust zurückschlagen. Dann hätten auch die anderen eingegriffen. Der Angeklagte räumte ein, Ömer H. verfolgt und gegen die Scheibe gestoßen zu haben: „Aber ich habe dann nicht mehr getreten oder geschlagen.“ Ihm tue die Tat unendlich leid: „Ich wünschte, ich wäre an dem Abend gar nicht da gewesen. Ich kann meiner Mutter nicht mehr in die Augen sehen und schäme mich für das alles.“

Ibrahim H. wollte seinen Freund angeblich nur beschützen

Auch Ibrahim H. legte am Mittwoch ein Geständnis ab: „Ich war zu betrunken, um die Situation einzuschätzen.“ Er habe bei dem ersten Streit in der Diskothek nur schlichten wollen. Wer angefangen hat, will der 22-Jährige nicht mitbekommen haben. Unten habe er dann nur gesehen, wie sein Freund plötzlich losrannte: „Ich habe ihn nur beschützen wollen.“

Allerdings räumte Ibrahim H. ein, dass er das Opfer noch getreten oder geschlagen haben könnte, als es schon in der zerbrochenen Scheibe lag: „Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Ich habe mich noch nie mit jemand geprügelt.“

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