Die seit einem Jahr mehrfach verschobenen Arbeiten sollen drei bis vier Monate dauern.

Die seit einem Jahr mehrfach verschobenen Arbeiten sollen drei bis vier Monate dauern.
Polizeiabsperrung nach dem Mord eines 16-Jährigen an einer 15-Jährigen auf dem Gelände der Papierfabrik.

Polizeiabsperrung nach dem Mord eines 16-Jährigen an einer 15-Jährigen auf dem Gelände der Papierfabrik.

Melanie Zanin

Polizeiabsperrung nach dem Mord eines 16-Jährigen an einer 15-Jährigen auf dem Gelände der Papierfabrik.

Düsseldorf. Nachdem der Abrisstermin für die alte Hermes-Papierfabrik im Hafen seit mehr als einem Jahr immer wieder verschoben wird, kommt jetzt offenbar Bewegung in die Sache. „Wir haben nun endlich ein Abrissunternehmen für Dezember bestellt“, sagte Markus Mertens, Geschäftsführer der Rialto Capital AG, die auf dem Gelände einen Logistik- und Bürokomplex bauen möchte, jetzt gegenüber der WZ. „Der Abrissantrag muss noch genehmigt werden; wir warten jeden Tag darauf, dass die Genehmigung kommt. Das wird nicht mehr lange dauern.“ Er ist sich sicher, dass der Abriss im Dezember starten kann: „Ich hätte kein Unternehmen beauftragt, wenn ich anderer Ansicht wäre.“

Der Abriss soll rund zwei Millionen Euro kosten

Zuletzt habe es mehrere Nachfragen seitens des städtischen Umweltamtes gegeben, auch neue Gutachten hätten erstellt werden müssen. Dadurch habe sich der Abrisstermin, der nach bisherigem Stand für Oktober avisiert war, nochmals verschoben, sagte Mertens.

Verzögerungen hatte es auch bei der Ausschreibung für den Abriss gegeben: Im August musste diese erneuert werden, weil sie zu diesem Zeitpunkt bereits veraltet war.

Insgesamt wird der schrittweise Abriss mehr als zwei Millionen Euro kosten und wohl drei bis vier Monte dauern. „Wir müssen schließlich 45 000 Quadratmeter umbauten Raum abreißen“, so der Eigentümer: „Ich bin froh, dass die Ruine jetzt endlich verschwindet.“

In den vergangenen Jahren und Monaten hatte es in den alten Hallen und im Verwaltungsgebäude an der Fringsstraße immer wieder gebrannt, zuletzt am Wochenende. Zudem haben sich mehrere Abenteurer, die sich Zugang zu dem schwer abzusichernden Gelände verschafft hatten, teils schwer verletzt. Mitte März hatte dort ein 16-Jähriger seine ein Jahr jüngere Freundin mit einem Messer getötet; einen Monat später, im April, war ein Jugendlicher durch ein Loch in der Mauer acht Meter in die Tiefe gestürzt. In den vergangenen Wochen seien aber immer weniger Menschen in die alten Hallen eingebrochen, sagt Mertens: „Der Wintereinbruch kommt uns zugute und schmälert offenbar den Reiz dort einzudringen.“Am vergangenen Freitag hatten sich dennoch abermals Unbekannte Zutritt verschafft und Holzpaletten angezündet (die WZ berichtete).

Bereits Ende Juli hatte der Aufsichtsrat der Neuss-Düsseldorfer-Häfen den Erbpachtvertrag geändert, in dem bis dato noch für viele Jahre eine Nutzung des Geländes als Papierfabrik vorgeschrieben stand. Der neue Eigentümer, die Rialto Capital AG mit Sitz in Köln, will dort aber Büros und ein Logistikzentrum bauen. Zur Wasserseite hin sollen Büros entstehen, zum Hafen hin soll Raum für Logistik-Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Seit mehr als sieben Jahren liegt das rund 27 000 Quadratmeter große Areal im Hafen brach. Im Jahr 1911 zog die Papierfabrik Hermes an die Fringsstraße und fertigte unter anderem auf einer der damals vier Maschinen Pappe für Persil-Kartons. 2008 musste die Firma Insolvenz anmelden – nach WZ-Informationen schuldete das Unternehmen ihrem Stromlieferanten, den Stadtwerken, eine Summe von rund zwei Millionen Euro und konnte die Forderungen nicht mehr bezahlen. Die Papierfabrik stellte die Produktion schließlich ein und schloss ihre Tore für immer.

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