Rund 21 000 Besucher haben das Top-Rennen des Jahres verfolgt. Das Familienprogramm kam gut an.

Tolle Kulisse: Die Rennbahn auf dem Grafenberg war am Sonntag für viele einen Ausflug wert.
Tolle Kulisse: Die Rennbahn auf dem Grafenberg war am Sonntag für viele einen Ausflug wert.

Tolle Kulisse: Die Rennbahn auf dem Grafenberg war am Sonntag für viele einen Ausflug wert.

Judith Michaelis

Tolle Kulisse: Die Rennbahn auf dem Grafenberg war am Sonntag für viele einen Ausflug wert.

Düsseldorf. Riesenandrang auf dem Grafenberg: Rund 21000 Besucher lockt das große Henkel-Rennen, der Preis der Diana, auf die Rennbahn - soviel wie nie zuvor. Besucherrekord!

Die Schlangen an den Kassen sind zeitweise sogar so lang, dass Renate Woeste, die Frau des Vizepräsidenten, und Rennbahn-Geschäftsführer Bernd Koenemann beim Verkauf der Eintrittskarten aushelfen. Denn mit solch einem Zuspruch hatte niemand im Vorfeld gerechnet.

Schlangen der Besucher reichen fast bis zur Straße

"Wir werden heute die 19 000 wohl knacken", meint Koenemann noch um 15 Uhr verhalten optimistisch. Da reichen die Schlangen zuweilen fast bis Rennbahnstraße. Zwei Stunden später strahlt er angesichts der nun amtlichen Zahlen: "Wir hatten das perfekte Wetter, warm, aber nicht zu heiß. Und der Erlebnismix aus Spitzensport und Familienfest überzeugte."

Begeisterte Rennbahnbesucherinnen wie Susan Sauer und Renate Blumentrath wären allerdings auch so gekommen. Vor einer Woche hatten sie sich beim Hamburger Derby kennen gelernt.

Sauer hatte dort mit ihrer fantasievollen Hutkreation den ersten Preis beim Hutwettbewerb gewonnen. Und Blumentrath den zweiten. Bei der Siegerehrung stellten beide fest, dass sie aus Düsseldorf kommen. Und verabredeten sich prompt zum gestrigen Henkel-Renntag.

Denn es sind viele auf den Grafenberg gekommen, deren Affinität zum Pferdesport nicht so groß ist, sondern die einfach nur einen schönen Tag genießen wollen.

Wie Elisabeth Potzler, die mit Enkelin Marla den Mitmachzirkus im Kinderparadies ausprobiert. "Mein Mann steht am Führring, aber mein Hobby ist das nicht", sagt sie, während Marla sich als Seiltänzerin erprobt.

Aber die Kleine hat ihren Spaß, und das ist die Hauptsache. Oder Petra Schnuder, die sich mit Mann und Hund auf einer Decke am Geläuf niedergelassen hat. Ob sie auch wettet? Kopfschütteln. "Davon verstehe ich zu wenig", sagt sie. Cordula ("schreiben Sie einfach Cordula, das reicht"), deren Familienclan ebenfalls auf Decken am Geläuf hockt, ist da mutiger. "Ich setze aber eher auf den Jockey", verrät sie. Auch ein Erfolgsrezept, denn schon beim ersten Rennen hat sie gewonnen.

Karl Heinz Seidel (72) hat dagegen eine andere Strategie: "Ich wette fast mein ganzes Leben lang, aber immer nur Dreierwetten und mit drei Euro Einsatz", verrät er. Profis wie Olaf Schick können darüber nur den Kopf schütteln. Der Ex-Jockey kennt die Szene und gibt den Prominenten im Vip-Zelt Tipps.

Astrid Elbers, die Frau des Oberbürgermeisters, nimmt seinen Rat allerdings nicht in Anspruch. Sie hält es eher wie Cordula und wettet auf die Jockeys. "Heute muss man es nicht so ernst nehmen, es ist ein Tag zum Genießen", kommentiert ihr gut gelaunter Gatte, der zuvor in seiner Begrüßungsrede die Düsseldorfer Rennbahn zur "schönsten in Europa - mindestens" befördert hatte.

Nur ein Feueralarm stört den ansonsten perfekten Tag: Kurz vor Beginn der Rennen kokelt an der alten Tribüne die Zuleitung zu einer Leuchtröhre vor sich hin. Statt selbst zum Feuerlöscher zu greifen, wird vorsichtshalber die Feuerwehr gerufen.

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