Der Jurist hatte vorher den Ausweis eines Rockers verloren. Ein Tätowierer entlastete die beiden Rocker.

Hells Angels
Ein Totenkopf mit Flügeln ist das Symbol der Motorradgang Hells Angels. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Ein Totenkopf mit Flügeln ist das Symbol der Motorradgang Hells Angels. Foto: Ronald Wittek/Archiv

dpa

Ein Totenkopf mit Flügeln ist das Symbol der Motorradgang Hells Angels. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Seine Geschäftspartner sollte man sich gut aussuchen. Ein Düsseldorfer Anwalt wollte einem Mitglied der Hells Angels einen britischen Führerschein beschaffen. Doch das Dokument kam nie an. Noch schlimmer: Der Personalausweis des Rockers ist seitdem spurlos verschwunden. Das führte zu einem heftigen Streit. Zwei Hells Angels sollen den 59-Jährigen bedroht und 2200 Euro gefordert haben. Wegen versuchter räuberischer Erpressung musste sich die 39 und 67 Jahre alten Männer vor dem Amtsgericht verantworten.

Die beiden Angeklagten machten keine Aussage. Wie ihr Rechtsanwalt erklärte, gehöre das zu dem Ehrenkodex der Rocker. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, im April vergangenen Jahres in der Kanzlei des Anwalts aufgetaucht zu sein. Sollte der Jurist nicht bezahlen, wolle man ihn angeblich „zu Hause“ besuchen. Der 59-Jährige  hatte die Polizei eingeschaltet. Obwohl seine Mandanten schwiegen, deutete ihr Rechtsanwalt an, dass vorher Geld für den Führerschein geflossen sei.

Der 59-Jährige bestätigte, dass er für eine Firma arbeitet, die britische Führerschein vermittelt. Er habe von den Angeklagten aber kein Geld für seine Dienste erhalten. Die Kosten für die Vermittlung trage das Unternehmen.

Entscheidend war am Ende die Aussage eines Tätowierers. In dessen Studio hatten sich der Anwalt und der 39 Jahre alte Rocker zweimal getroffen: „Ich habe mitbekommen, dass über 2000 Euro für den Führerschein gezahlt wurden." Damit war die Aussage des Anwalts zweifelhaft. Die Hells Angels wurden freigesprochen. si

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