Vor zwei Jahren fielen wegen drohender Dachlawinen DEG-Spiele aus – das wollten die Betreiber jetzt verhindern.

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Der Sikorsky S-76 macht ordentlich Wind mit seinen Rotorblättern und bläst den Schnee vom Dach.

Der Sikorsky S-76 macht ordentlich Wind mit seinen Rotorblättern und bläst den Schnee vom Dach.

David Young

Der Sikorsky S-76 macht ordentlich Wind mit seinen Rotorblättern und bläst den Schnee vom Dach.

Düsseldorf. Langsam zieht der Sikorsky S-76 seine Kreise über den Dome. Mit äußerster Vorsicht manövriert der Pilot den von zwei Gasturbinen angetriebenen Helikopter nur wenige Meter über das Hallendach und weht so den Schnee herunter.

Zeitweise verschwindet die Maschine so weit unter den aufgewirbelten Schneemengen, dass nur noch das Wummern der Rotoren erkennen lässt, was sich gerade über dem Dome abspielt.

Und das ist ein in der Tat ungewöhnlicher Winterdienst-Einsatz. Die Diskussion um Gefahren durch Schnee auf dem Dach des Rather Dome wird seit zwei Jahren geführt. Damals war das DEG-Spiel gegen die Kölner Haie abgesagt worden, weil vereiste Schneeplatten vom Dome gekracht waren. Auch andere Veranstaltungen fielen aus. Damals wurden Höhenarbeiter angefordert, um das Dach zu räumen.

Helikoptereinsatz kostet rund 10 000 Euro

Jetzt nimmt die Düsseldorf Congress als Betreiber des Dome rund 10 000 Euro in die Hand, um den Helikoptereinsatz zu bezahlen. Eine aufwändige Aktion. Das gesamte Gelände um das Gebäude wurde im Vorfeld mit Metallzäunen abgesperrt, die Theodorstraße ist am Mittwochnachmittag in dieser Höhe nur noch in jede Richtung auf einer Spur befahrbar.

„Für so einen Einsatz müssen viele Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden“, erklärt Adam Mikulski, Geschäftsführer von Deutsche Helikopter. Eine der Bedingungen lautet, dass der nicht ungefährliche Einsatz nur von Helikoptern geflogen werden darf, die mit mindestens zwei Turbinen angetrieben werden. Außerdem ist während der gesamten Dauer das Fahrwerk ausgefahren, um im Notfall ein schnelles Landen zu ermöglichen.

Laut Guckert ist der Dach-Schnee kein Risiko. Es bestehe keine Einsturzgefahr.

Dachlawinen gab es bisher nicht. Die Helikopter-Aktion war eine Vorsichtsmaßnahme.

Doch alles geht gut und Mikulski zeigt sich nach dem Einsatz zufrieden: „Es hat sogar besser geklappt, als ich das im Vorfeld erwartet habe“, sagt er. Der Dome kann also auch bei stärkeren Schneefällen mit dem Helikopter geräumt werden.

In der nächsten Saison bekommt der Dome ein Schneefang-Gitter

Dazu soll es aber nicht mehr kommen, sagt Hilmar Guckert, Sprecher der Geschäftsführung der Düsseldorf Congress. „Es ist nur ein Ergänzungskonzept, bis wir an die baulichen Dinge herangehen.“

Um diese Möglichkeit war lange gerungen worden, unterschiedlichste Gutachten seien angefertigt worden, berichtet Guckert. Inzwischen steht fest: In der kommenden Wintersaison soll auf dem Dach des Dome ein Schneefang-Gitter angebracht werden, sagt Guckert auf WZ-Anfrage. Die Kosten dafür würden voraussichtlich im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen.

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