Sonntag erhält die britische Schriftstellerin A. L. Kennedy die Auszeichnung der Stadt.

Morgen erhält die britische Schriftstellerin A. L. Kennedy die Auszeichnung der Stadt.
Die Schriftstellerin A.L. Kennedy wird Sonntag mit dem Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet.

Die Schriftstellerin A.L. Kennedy wird Sonntag mit dem Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet.

Henning Kaiser/dpa

Die Schriftstellerin A.L. Kennedy wird Sonntag mit dem Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet.

Düsseldorf. In Zeiten zunehmender Lügen und Emotionen in der Gesellschaft ärgert sich die schottische Schriftstellerin A. L. Kennedy über Konkurrenz von ungewöhnlicher Seite. „Geschichten zu erfinden ist die Aufgabe von Autoren, nicht die der Politik“, sagte sie gestern im Heine-Institut. Die 51-Jährige, die für ihren Galgenhumor bekannt ist, bezog sich damit auf ein zunehmend von Emotionen und Lügen statt Fakten geprägtes Politklima.

Zwar sei Politik seit jeher ein Kampf verschiedener Storys gewesen, sagte Kennedy. „Die Menschen aber fühlen sich vom Siegeszug der Fantasie erschlagen, dabei geht es gar nicht um Fantasie, sondern schlicht um schlechte Lügen.“ Gerade Großbritannien leide unter den Konsequenzen einer Politik, für die Tatsachen keine Rolle spielten.

Die Stadt verleiht Kennedy Sonntag den renommierten Heine-Preis. Sie ist die erste Britin, die die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung erhält. „Ihr Blick auf politische und soziale Zustände schärft gesellschaftliche Diskussionen“, begründet die Jury. Mit ihrer Arbeit lote sie die Grenzen der menschlichen Seele aus.

„Mit dem Geist in Verbindung gebracht zu werden, der in Heines Schreiben steckt, mit seinem Mitgefühl, seiner Vorstellungskraft, seinem Wagemut, seiner Trauer und seiner Empörung – das ist mehr, als ich mir je für mich selbst oder meine Arbeit erhofft hätte“, erklärte A. L. Kennedy.

Kennedys Erzählung „Gleißendes Glück“ über eine Frau mit gewalttätigem Ehemann und pornosüchtigem Liebhaber kam dieses Jahr als Film mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in die Kinos. Die Schottin steht auch als Comedian auf der Bühne.

 Ihr Roman „Gleißendes Glück“ erschien 2000 in deutscher Übersetzung, 2001 kam mit „Einladung zum Tanz“ Kennedys Debütroman in Deutschland raus. Es folgten „Alles, was du brauchst“ (2002), „Also bin ich froh“ (2004) „Day“ (2007), „Das blaue Buch“ (2012), „Ein schlechter Sohn“ (2014), „Der letzte Schrei“ (2015), „Schreiben“ und „Leises Schlängeln“ (2016).

Kennedy schreibt neben Romanen und Kurzgeschichten für Theater, Fernsehen und Radio. Seit dem Jahr 2000 hat sie eine politische Kolumne im „Guardian“.

Seit 2007 ist A. L. Kennedy Professorin für Kreatives Schreiben an der University of Warwick. Sonntag um 17 Uhr lädt das Heine-Institut zu einer Lesung mit A. L. Kennedy in das Palais Wittgenstein, Bilker Straße 7-9. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro. dpa

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