Doro-Motive sollen Trend für rockige Kinderkleidung werden.

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Tim, Paul, Nele und Jule posieren mit Doro in Rockerkleidung

Tim, Paul, Nele und Jule posieren mit Doro in Rockerkleidung

Stefan Arend

Tim, Paul, Nele und Jule posieren mit Doro in Rockerkleidung

Düsseldorf. Die Zeiten von Pokémons und Teletubbies scheinen gezählt. Den Schlabberlatz von heute zieren Totenköpfe, Logos von Heavy-Metal-Bands oder aber Schriftzüge wie "Son of Satan". So kann der Metal-Papa mit dem Sohne cool durch die Fußgängerzone flanieren. Jetzt bringt das Modelabel "Metal Kids" auch Kinderkleidung mit Motiven der Düsseldorfer Musikerin Doro Pesch auf den Markt.

Fototermin, Donnerstag Nachmittag: Die Söhne des Label-Inhabers Tobias Weidhase, Tim (6), Paul (4), seine Nichte Nele (4) und die eineinhalbjährige Jule sollen die Klamotten vor den Kameras präsentieren. "Jetzt bitte ganz doll lachen!" Während die Älteren geduldig posieren, laufen Jule Tränen übers Gesicht. Die vielen Blitze blenden sie. Da helfen auch Gummibärchen nicht, Jule will raus aus der Nummer.

Um Stimmung zu machen, klatschen alle in die Hände und Doro singt einen Song. "Singt ihr auch?", fragt sie die Kinder. Tim antwortet begeistert, "klar, in der Regenbogengruppe". Mit Heavy Metal hat der Sechsjährige wenig am Hut, nur vage weiß er, was AC/DC sein könnte: "Ist doch ein T-Shirt, oder?" Lena zuckt auch mit den Schultern.

Das Geschäft mit den Rocker-Shirts für Kleine laufe gut, sagt Lenas Onkel. Vor zwei Jahren habe er sein Hobby zum Beruf gemacht. Die Schnuller, Strampelanzüge oder Käppis vertreibt er übers Internet und auf Festivals, "für Eltern, die ihre Kids in rockigen Klamotten sehen wollen." Es sei Zeit, die verniedlichende Mode für Kinder abzulösen.

"Vor einigen Jahren ist es nicht möglich gewesen einen Baby-Body in der Farbe Schwarz zu bekommen. Heute ist das kein Problem", sagt Weidhase. Seine Idee liegt im Trend: Selbst Kinder von Hollywoodgrößen tragen anstelle von Latzhose lange Kleider und goldene Absatzschuhe und geben dann im Partnerlook mit den berühmten Eltern ein schönes Motiv für Paparazzi ab.

Dass ausgerechnet das Thema "Rock" modern ist, nennt Weidhase ein perfektes Timing. "Es ist witzig, wenn nicht nur die harten Großen, sondern auch die Kids so herum laufen." Doro hat eine andere Philosophie. Sie habe in Rockerklamotten einfach ein besseres Lebensgefühl. Ihr nimmt man das ab. Ob es den Kindern ähnlich ergeht, bleibt fraglich. "Son of Satan" allerdings findet auch die Rocksängerin nicht so ganz gelungen. "Zumindest nicht für Kinderkleidung."

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