Für viele Hauptschulen könnte es wieder eng werden – nur 300 Schüler haben sich bislang angemeldet.

Düsseldorf. Die Hauptschulen stehen im Abseits, den Gymnasien rennen die Eltern die Türen ein: Diese Trends verschärfen sich für das nächste Schuljahr noch einmal. "Einige Hauptschulen werden unter 18 Schülern bleiben", bestätigte Schuldezernent Burkhard Hintzsche gestern auf Anfrage der Westdeutschen Zeitung.

Nachdem die zweite Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen abgelaufen ist, will die Stadt heute konkrete Zahlen vorlegen. Die wichtigsten Ergebnisse aber liegen der WZ schon vor - danach haben von den zwölf noch bestehenden Hauptschulen elf nicht genügend Anmeldungen für einen geregelten Schulbetrieb.

Positive Ausnahme ist allein die katholische St.Bendedikt-Schule an der Klosterstraße mit bislang 59 und damit schon einem Fünftel aller Anmeldungen: Insgesamt wählten nur noch 300 Eltern für ihr Kind die Hauptschule aus, im Vorjahr waren es immerhin noch 350.

Ausreichende Anmeldungen gibt es offenbar noch an der Montessori-Hauptschule und am Rather Kreuzweg. Über ein Drittel aller Eltern haben sich bereits diese drei Schulen ausgesucht - die anderen Hauptschulen schauen in die Röhre.

16 Anmeldungen beispielsweise (18 sind eigentlich für eine Eingangsklasse notwendig) gibt es aktuell nur an der Hauptschule Bernburger Straße. Deren Leiter Klaus-Peter Vogel bestätigt zwar, dass dies nur die Hälfte jener Schüler ist, die im Sommer 2009 begonnen haben. "Aber wir sind im Trend nicht viel schlechter als zur selben Zeit im vergangenen Jahr."

Hauptschulrektor kalkuliert mit abgewiesenen Gesamtschülern

Hinzu kämen beispielsweise noch etliche der 281 abgewiesenen Gesamtschüler. "Ein Großteil davon wird in Düsseldorf bleiben", sagt Vogel und rechnet bis zu den Osterferien mit einer Verteilung von rund 150 abgewiesenen Schülern.

Ganz anders sieht es bei den 21 Gymnasien aus. Sie vereinen mittlerweile 50 Prozent aller Anmeldungen auf sich und haben diesmal auch alle genügend Anmeldungen für eine zumindest zweizügige fünfte Jahrgangsstufe. Einige Gymnasien, wie das Humboldt oder Annette von Droste-Hülshoff in Benrath können sich vor Anmeldungen kaum retten und müssen etliche Kinder abweisen.

Gleiches gilt auch wieder für die drei kirchlichen Gymnasien. "Hier tritt wieder das Problem des Verschiebebahnhofs auf", sagt Wolfgang Scheffler, der Vorsitzende des Schulausschusses. Bei einer Abstimmungsrunde der Rektoren werden die Neulinge der begehrtesten Schulen auf andere verteilt - was vielen Eltern gar nicht schmeckt.

Starke Rückgänge gibt es auch bei den Realschulen: Über 100 Schüler haben sich im Vergleich zum Vorjahr weniger angemeldet. Aber alle sind "im grünen Bereich", wie Scheffler sagt.

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