Für viele Betroffene kam die Entscheidung völlig überraschend. Mieterverein hofft, dass Räumungen noch verhindert werden können.

Für viele Betroffene kam die Entscheidung völlig überraschend. Mieterverein hofft, dass Räumungen noch verhindert werden können.
Die Mieter in Hassels-Nord kommen nicht zur Ruhe. 80 Parteien wurde jetzt von der LEG fristlos gekündigt. Ihnen droht nun die Räumung.

Die Mieter in Hassels-Nord kommen nicht zur Ruhe. 80 Parteien wurde jetzt von der LEG fristlos gekündigt. Ihnen droht nun die Räumung.

Melanie Zanin

Die Mieter in Hassels-Nord kommen nicht zur Ruhe. 80 Parteien wurde jetzt von der LEG fristlos gekündigt. Ihnen droht nun die Räumung.

Seit Jahren schwelt der Streit um die 1415 Wohnungen in Hassels-Nord. Nachdem der damalige Eigentümer, eine Immobiliengesellschaft aus Luxemburg, die Hochhaussiedlung modernisiert hatte, schossen die Mieten in die Höhe. So hoch, dass sie über dem Spitzensatz liegen, der vom Jobcenter übernommen wird. Als die LEG die Wohnungen vor einigen Monaten übernommen hatte, hofften die Betroffenen, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird. Doch die einst gemeinnützige Wohnungsverwaltung ist knallhart: 80 Mietern wurde jetzt die fristlose Kündigung geschickt, weil sie Mietrückstände haben. Ihnen droht jetzt die Räumung. Hans-Jochem Witzke, der Vorsitzende des Mietervereins ist empört über das Verhalten des neuen Eigentümers: „Am nächsten Dienstag war ein Runder Tisch mit der LEG geplant. Ich bin außerordentlich verärgert. Das ist eine Provokation.“ Die Mieter würden offenbar ganz und gar nicht von dem Eigentümerwechsel profitieren. Im Gegenteil: „Der Druck ist unerträglich.“

Auf ein wichtiges Gutachten wird noch gewartet

Vor Gericht läuft zurzeit noch eine Vielzahl von Prozessen. Es geht vor allem darum, was tatsächlich Modernisierungskosten sind und wo eine Instandsetzung vorlag deren Kosten nicht einfach an die Mieter weitergegeben werden können. Dazu ist ein umfangreiches Gutachten in Arbeit. In einigen Fällen wurden bereits Vergleiche abgeschlossen. Hans-Jochem Witzke empfiehlt den Betroffenen, unbedingt Klage gegen die drohende Räumung einzuleiten. Es sei allerdings schwer, einen Teil der Bewohner zu erreichen. Nicht nur, weil sie die deutsche Sprache kaum beherrschen: „Sie haben teilweise nicht gelernt, dass man sich wehren kann.“ Andreas Rimkus, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Düsseldorfer Süden, fordert auch mehr Engagement von der Stadt: „Vor allem bei der Moderation. Es muss verhindert werden, dass Menschen in die Obdachlosigkeit abrutschen.“ Die Stadt habe auch kaum die Kapazität, 80 Mieter, darunter vermutlich auch ganze Familien, unterzubringen. Darum sollten Räumungen unbedingt verhindert werden. Die LEG hatte noch im Juli bei einem Gespräch mit der WZ versprochen, dass man den Betroffenen helfen wolle, die sich die Mieten nicht mehr leisten können. Die LEG war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer